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„Jetzt oder nie“ – Warum 2026 zum Wendepunkt für die deutsche Wirtschaft werden muss

geralt (CC0), Pixabay

2025 war ein Jahr der Erkenntnisse, aber nicht der Taten. So lässt sich die wirtschaftliche Bilanz zusammenfassen, die ntv-Chefkorrespondent Wirtschaft Ulrich Reitz zieht. Die Probleme seien seit Langem bekannt, sagt er – doch an konsequenter Umsetzung habe es gemangelt. Reformen, so Reitz’ ernüchterndes Fazit, existierten bislang vor allem auf dem Papier.

Deutschland stecke weiter in einer Phase der Stagnation. Hohe Energiekosten, überbordende Bürokratie, schleppende Genehmigungsverfahren und ein akuter Fachkräftemangel belasteten Unternehmen ebenso wie Verbraucher. Zwar habe die Politik zahlreiche Reformvorhaben angekündigt, doch viele davon seien verwässert worden, vertagt oder im politischen Klein-Klein steckengeblieben. Der Wille zur Veränderung sei erkennbar gewesen – der Mut zur Entscheidung dagegen oft nicht.

Besonders kritisch sieht Reitz die verlorene Zeit. Während andere Länder ihre Standorte gezielt stärken, Investitionen anziehen und Verwaltungsstrukturen modernisieren, diskutiere Deutschland immer noch über Grundsatzfragen. Das koste Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplätze und Vertrauen. „Wir wissen längst, was zu tun wäre“, lautet der Kern seiner Analyse. „Aber wir handeln nicht entschlossen genug.“

Für 2026 müsse sich das ändern – und zwar grundlegend. Reitz fordert ein Jahr der Umsetzung statt neuer Ankündigungen. Dazu gehörten spürbare Entlastungen für Unternehmen, ein echter Abbau von Bürokratie, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie klare Prioritäten bei Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und Bildung. Auch der Staat selbst müsse effizienter werden und sich stärker auf seine Kernaufgaben konzentrieren.

Besonders gefährlich sei ein weiteres Zögern, warnt Reitz. Ein drittes Jahr ohne echten Fortschritt würde das Gefühl verfestigen, dass Deutschland seine strukturellen Probleme nicht mehr in den Griff bekommt. Das hätte Folgen weit über die Wirtschaft hinaus – für sozialen Zusammenhalt, politische Stabilität und die Zukunftsfähigkeit des Landes.

Sein Appell ist deutlich: 2026 darf kein weiteres verlorenes Jahr werden. Die Diagnose liegt längst auf dem Tisch. Jetzt entscheidet sich, ob aus Reformankündigungen endlich reale Veränderungen werden – oder ob Deutschland weiter auf der Stelle tritt.

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