In der südfranzösischen Region Gard läuft seit Dienstag eine aufwendige Rettungsaktion, um einen schwer verletzten Höhlenwanderer aus der Aven-Tagada-Höhle zu befreien. Der 66-Jährige war mit drei Begleitern unterwegs, als er in rund 100 Metern Tiefe abstürzte. Er erlitt dabei Verletzungen am Knie sowie am Schlüsselbein und kann die Höhle aus eigener Kraft nicht mehr verlassen.
Knapp 70 Einsatzkräfte – darunter spezialisierte Feuerwehrteams, Bergretter und erfahrene Höhlenforscher – arbeiten seit der Nacht im Schichtbetrieb daran, den Mann an die Oberfläche zu bringen. Die komplizierte Struktur der Höhle erschwert die Bergung erheblich: Mehrere enge Passagen müssen erweitert, Felswände zusätzlich gesichert und eine stabile Rettungsstrecke geschaffen werden, bevor der Verletzte auf einer Trage nach oben transportiert werden kann.
Der Zugang zur Unglücksstelle ist so eng, dass nur einzelne Retter gleichzeitig vordringen können. Für die Teams bedeutet das millimetergenaue Arbeit unter extremen Bedingungen – in Dunkelheit, Kälte und hoher Luftfeuchtigkeit. Die Einsatzleitung rechnet damit, dass die Bergung viele Stunden, möglicherweise sogar Tage dauern könnte.
Der Zustand des Verletzten wird als stabil beschrieben. Er wird in der Tiefe medizinisch betreut und bleibt durchgehend ansprechbar. Seine Begleiter hatten sofort Alarm geschlagen und konnten aus eigener Kraft aus der Höhle gelangen.
Die Aven-Tagada-Höhle ist unter Höhlenforschern bekannt für ihre Tiefe und die schmalen, technisch anspruchsvollen Passagen. Bergungen in dieser Dimension gehören zu den schwierigsten Einsätzen der französischen Rettungsdienste.