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Unauffälliges Versteck: Ermittlungen nach Leichenfund in Innsbruck intensiviert

padrefilar (CC0), Pixabay

Nach dem äußerst ungewöhnlichen Fund zweier Leichen hinter einer verspachtelten Rigipswand in einer Innsbrucker Wohnung setzen Ermittler ihre Arbeit mit besonderem Nachdruck fort. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete das Versteck der beiden Tiefkühltruhen am Mittwoch als so unauffällig, dass es bei früheren Durchsuchungen nicht aufgefallen war.

Die Wohnung des 55-jährigen Hauptverdächtigen sowie jene seines 53-jährigen Bruders – in der die Leichen schließlich entdeckt wurden – waren bereits im Juni erstmals durchsucht worden. Hinweise auf den später entdeckten Einbau habe es damals nicht gegeben, erklärte Staatsanwaltschaftssprecherin Julia Klingenschmid. Die Männer hätten eine komplette, verputzte und geweißelte Rigipskonstruktion errichtet, die den Eindruck eines normalen, baulich etwas versetzten Raumecks vermittelte. Selbst eine Stromzufuhr für die beiden Truhen sei hinter der Wand verborgen gewesen.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war die Abgängigkeitsmeldung einer in Innsbruck lebenden 34-jährigen Syrerin und ihrer zehnjährigen Tochter. Ein Verwandter aus Düsseldorf hatte die beiden im Juli 2024 als vermisst gemeldet. In der Folge rückten ein Arbeitskollege der Frau, zu dem ein privates Naheverhältnis bestand, sowie dessen Bruder in den Fokus. Beide Männer wurden im Juni 2025 festgenommen.

Der 55-Jährige hatte zunächst behauptet, die Frau und das Mädchen hätten eine längere Reise in die Türkei angetreten. Erst vor wenigen Tagen gestand er, dass beide ums Leben gekommen seien und er – aus Angst vor den Konsequenzen – die Leichen versteckt habe. Zu einem Tötungsdelikt äußerten sich weder er noch sein Bruder geständig. Beide befinden sich wegen dringenden Mordverdachts in Untersuchungshaft.

Warum die Verdächtigen nicht früher in den Wohnungen lokalisiert wurden, begründete Klingenschmid damit, dass sich die Hinweise schrittweise verdichtet hätten. Auffällige Kontobewegungen, der Ankauf der Kühltruhen und die mutmaßliche Nutzung der Bankomatkarte der Vermissten im Ausland hätten erst nach und nach ein klares Bild ergeben.

Zu einem möglichen Motiv gebe es derzeit keine belastbaren Erkenntnisse, betonte die Staatsanwaltschaft. Auch wann mit einer Anklage zu rechnen ist, lasse sich noch nicht absehen. Entscheidend seien nun die ausstehenden Ergebnisse der gerichtsmedizinischen Untersuchungen, die Aufschluss über die Todesursache geben sollen.

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