Dark Mode Light Mode

Angeklagter gesteht detaillierte Anschlagspläne auf Salzburger Ziele

geralt (CC0), Pixabay

Im Terrorprozess gegen einen 21-jährigen afghanischen Staatsbürger hat der Angeklagte am Mittwoch umfassend gestanden. Vor den Geschworenen gab er zu, Anschläge auf den Salzburger Christkindlmarkt, den Hauptbahnhof sowie die Festung Hohensalzburg geplant zu haben. Er habe – so seine eigene Aussage – vorgehabt, insgesamt drei Menschen zu enthaupten und auf der Festung die Flagge der Terrormiliz IS zu hissen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Anschläge rund um das Weihnachtsfest 2024 stattfinden sollten. Der Mann habe sich verschiedene Tatmittel überlegt – von Messerattacken über Schusswaffen bis hin zu einer selbstgebauten Bombe. Er soll zudem eine in Belgien lebende Person aufgefordert haben, einen Selbstmordanschlag im Iran zu begehen. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft war der 21-Jährige als unauffälliger „Schläfer“ bereit, jederzeit zu handeln.

Bereits bei seiner Festnahme im Dezember 2024 in Deutschland soll er gegenüber den Behörden gesagt haben: „Ich bin ein IS-Mitglied.“ Der Hinweis, der schließlich zu seiner Identifizierung führte, stammte von amerikanischen Ermittlern.

Zum Prozessauftakt wurde der Mann unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in den Saal gebracht. Sein Verteidiger erklärte, der Angeklagte habe sich über längere Zeit im Internet radikalisiert. Er habe Kontakt zu mutmaßlichen IS-Mitgliedern gesucht und versucht, selbst aufgenommen zu werden – was letztlich erfolglos geblieben sei. Die Anschlagspläne seien zwar ernst gemeint gewesen, in ihrer konkreten Umsetzung jedoch weniger weit fortgeschritten, betonte der Anwalt.

Die Staatsanwaltschaft widersprach dieser Darstellung. Im Gericht wurden Nachrichten verlesen, in denen der Angeklagte über den Bau einer Sprengstoffweste, über alternative Tatmittel und über möglichst effektive Angriffsszenarien nachgedacht hatte. Er habe sich online detaillierte Bombenbauanleitungen besorgt und mehrfach seine Bereitschaft zur Tat bekräftigt.

Die Anklage legt ihm zur Last, einer besonders radikalen IS-Splittergruppe anzugehören – der sogenannten „Provinz Khorasan“, die in der Vergangenheit Verbindungen zu international agierenden Attentätern gehabt haben soll.

Der 21-Jährige sitzt seit Dezember 2024 in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm zwischen zehn und 20 Jahre Freiheitsstrafe oder lebenslange Haft. Das Urteil im Geschworenenprozess wird am Donnerstag erwartet.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Staatsanwaltschaft Essen

Next Post

„Tragödie in Patagoniens Bergen: Zwei Deutsche unter fünf Toten im Nationalpark Torres del Paine“