Ein Jahr nach einer der größten Razzien gegen Kinderpornografie im Darknet hat das Landgericht Mönchengladbach die Urteile gegen fünf Männer verkündet, die eine der international aktivsten Plattformen für Missbrauchsdarstellungen betrieben hatten.
Die Angeklagten wurden wegen bandenmäßiger Verbreitung von Kindesmissbrauchsdarstellungen schuldig gesprochen. Die Strafkammer verhängte Haftstrafen zwischen fünfeinhalb und elfeinhalb Jahren und blieb damit nur geringfügig unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die bis zu 13 Jahre beantragt hatte.
Besonders schwer fiel das Urteil gegen einen 46-jährigen Münchner aus: Neben einer Haftstrafe wurde gegen ihn Sicherungsverwahrung angeordnet. Das Gericht stufte ihn als gefährlichen Hangtäter mit hoher Rückfallwahrscheinlichkeit ein. Die Urteile gegen vier der fünf Männer sind noch nicht rechtskräftig – einer der Verurteilten akzeptierte das Urteil.
Die Männer waren als Administratoren und Moderatoren einer Darknet-Plattform tätig, auf der Nutzer weltweit Fotos und Videos mit teils schwerstem sexuellen Missbrauch von Kindern und Säuglingen austauschten. Ermittler bezeichneten die Plattform als „eine der größten und aktivsten ihrer Art im deutschsprachigen Raum“.
Laut Staatsanwaltschaft hatten die Betreiber die Plattform professionell organisiert, den Zugang kontrolliert und Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um Entdeckung zu vermeiden. Erst jahrelange verdeckte Ermittlungen führten die Behörden auf ihre Spur.
Bereits 2019 waren Ermittler in Bayern auf einen Nutzer gestoßen, der den Ermittlungen eine entscheidende Wendung gab, als er Zugangsdaten zu dem Forum preisgab. Nach intensiven internationalen Ermittlungen kam es Ende September 2024 zu einer Großrazzia in sechs Bundesländern, bei der umfangreiches Beweismaterial sichergestellt und die Plattform endgültig abgeschaltet wurde.
Die Verteidiger der Angeklagten räumten in ihren Plädoyers ein, dass ihre Mandanten „schwerste Straftaten“ begangen hätten. Sie verwiesen jedoch auf die Geständnisse, die dem Gericht eine aufwendige Beweisaufnahme ersparten.
Mit den Urteilen endet eines der umfangreichsten Verfahren gegen Betreiber von Missbrauchsforen im Internet in Deutschland – ein Fall, der die Dimension und die Brutalität digital organisierter Kindesmissbrauchsnetzwerke einmal mehr deutlich macht.