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Thüringen Schlusslicht bei Gürtelrose-Impfung – Hunderttausende Senioren ohne Schutz

jorono (CC0), Pixabay

In Thüringen ist weniger als ein Viertel der Menschen über 60 Jahre vollständig gegen Gürtelrose (Herpes Zoster) geimpft – damit liegt das Bundesland deutlich unter dem ostdeutschen Durchschnitt.

Nach Angaben der Barmer-Krankenkasse beträgt die Impfquote nur rund 23 Prozent. Das sei die niedrigste Rate in Ostdeutschland, erklärte Landesgeschäftsführer Robert Büssow. Damit hätten etwa 584.000 Thüringerinnen und Thüringer, die eigentlich Anspruch auf die Impfung hätten, keinen ausreichenden Schutz.

⚠️ Schwere Verläufe bei älteren Menschen

Die Gürtelrose-Impfung gilt für Menschen ab 60 Jahren als besonders wichtig. Die Virusinfektion, die durch die Reaktivierung des Windpocken-Erregers (Varizella-Zoster-Virus) ausgelöst wird, kann schmerzhafte und langwierige Krankheitsverläufe verursachen.

Vor allem ältere Menschen haben ein hohes Risiko für Komplikationen, etwa Nervenschmerzen (Post-Zoster-Neuralgie), die monatelang anhalten können. In schweren Fällen kann die Erkrankung sogar zu Sehstörungen, Lähmungen oder bleibenden Nervenschäden führen.

„Die Impfung ist eine einfache und wirksame Möglichkeit, sich vor diesen Schmerzen und Spätfolgen zu schützen“, so Büssow.

📉 Thüringen hinter anderen Bundesländern

Im Vergleich zu anderen ostdeutschen Ländern steht Thüringen deutlich schlechter da:

  • In Sachsen-Anhalt liegt die Impfquote bei etwa 28 Prozent,

  • in Brandenburg bei knapp 30 Prozent,

  • Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern erreichen rund 32 bis 35 Prozent.

Bundesweit haben im Schnitt etwa ein Drittel der Über-60-Jährigen den vollständigen Impfschutz gegen Gürtelrose.

💬 Krankenkassen mahnen Aufklärung an

Die Barmer sieht vor allem Informationsdefizite und Bequemlichkeit als Ursachen. Viele ältere Menschen wüssten nicht, dass die Gürtelrose-Impfung von der Krankenkasse übernommen wird. Andere scheuten den Weg zum Arzt oder unterschätzten die Krankheit.

„Die Gürtelrose ist keine harmlose Hauterkrankung“, betont Büssow. „Jeder, der schon einmal Betroffene erlebt hat, weiß, wie stark die Schmerzen sein können.“

Hausärzte und Krankenkassen fordern daher mehr Aufklärungskampagnen, um die Impfbereitschaft zu erhöhen – besonders in ländlichen Regionen, wo der Arztbesuch oft mit langen Wegen verbunden ist.

🧠 Hintergrund: Was ist Gürtelrose?

Die Gürtelrose (medizinisch Herpes Zoster) entsteht, wenn das Varizella-Zoster-Virus, das nach einer Windpockenerkrankung lebenslang im Körper verbleibt, reaktiviert wird. Typisch sind bläschenförmige Hautausschläge, starke Nervenschmerzen und brennende Hautempfindungen.

Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) seit 2018 für alle Menschen ab 60 Jahren, sowie für chronisch Kranke ab 50 Jahren empfohlen. Sie besteht aus zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten.

📊 Fazit: Impfquote viel zu niedrig

Mit einer Impfquote von nur 23 Prozent bleibt Thüringen deutlich hinter den Empfehlungen der STIKO zurück. Die niedrige Schutzrate ist vor allem mit Blick auf den demografischen Wandel problematisch – denn die Zahl älterer Menschen steigt, und damit auch das Erkrankungsrisiko.

„Wir brauchen eine echte Impf-Offensive“, fordert Büssow. „Sonst droht vielen Senioren ein schmerzhaftes Erwachen – im wahrsten Sinne des Wortes.“

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