Im Fall der getöteten Hamburger Autorin Alexandra Fröhlich hat das Landgericht Hamburg ein deutliches Urteil gefällt: Der 23-jährige Sohn der Schriftstellerin wird dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Nach Überzeugung der Kammer steht fest, dass er seine Mutter im April dieses Jahres auf ihrem Hausboot ermordete. Zugleich erklärten die Richter ihn für nicht schuldfähig.
Der Prozess, der seit Monaten auf großes öffentliches Interesse gestoßen war, zeichnete ein tragisches Bild eines jungen Mannes, der sich psychisch in einem immer tiefer werdenden Ausnahmezustand befunden haben soll. Laut Gutachten war er zur Tatzeit nicht in der Lage, das Unrecht seines Handelns zu erkennen oder entsprechend zu steuern. Die Entscheidung zur Unterbringung nach Paragraf 63 Strafgesetzbuch bedeutet, dass er auf unbestimmte Zeit in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung bleibt, bis Fachleute eine Gefährdung ausschließen können.
Alexandra Fröhlich war erfolgreich als Krimiautorin tätig und schrieb zudem für mehrere große Frauenzeitschriften. Ihr Tod hatte weit über Hamburg hinaus Bestürzung ausgelöst. Die Ermittlungen ergaben, dass es auf dem Hausboot zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen war, in deren Verlauf die 50-jährige Autorin tödlich verletzt wurde.
Mit dem Urteil setzt das Landgericht einen Schlusspunkt unter ein familiäres Drama, das sowohl die literarische Szene der Hansestadt als auch viele ihrer Leserinnen und Leser tief erschüttert hat.