Im Fall des getöteten Daniela S. aus Mellrichstadt hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen den 22-jährigen Industriekaufmann Yanneck Z. erhoben. Der junge Mann soll seine 59-jährige Kollegin im Juni dieses Jahres mit mehreren Messerstichen in Hals- und Brustbereich getötet haben. Die Ermittler gehen nach Abschluss der psychologischen Untersuchungen von voller Schuldfähigkeit aus.
Der Tathergang war nach bisherigem Kenntnisstand erschütternd kurz: Nur wenige Minuten, nachdem der Beschuldigte am frühen Morgen telefonisch seine Großmutter gegrüßt hatte, soll er seine Kollegin im Betrieb attackiert haben. Daniela S., die als zuverlässig und beliebt beschrieben wird, erlag noch am Tatort ihren schweren Verletzungen.
Im Zuge der Ermittlungen stieß die Polizei auch auf eine Onlinesuche des Beschuldigten kurz vor der Tat. Nach Aktenlage hatte er in einem Chatbot nach Hilfe wegen psychischer Belastungen gefragt – die Antwort verwies ihn auf professionelle medizinische Unterstützung. Die Staatsanwaltschaft bewertet diesen Vorgang als Hinweis darauf, dass der Beschuldigte seine Zurechnungsfähigkeit grundsätzlich einschätzen konnte und nicht unter einer akuten schweren psychischen Störung handelte, die seine Verantwortlichkeit eingeschränkt hätte.
Im persönlichen Umfeld des Mannes war zuvor von zunehmenden Drogenproblemen die Rede. Laut Ermittlern habe dies jedoch keine Auswirkungen auf die rechtliche Bewertung der Tat gehabt. Ein Gutachten bestätigte, dass der Angeklagte trotz möglicher Konsummuster normal steuerungsfähig war.
Der 22-Jährige sitzt seit der Festnahme in Untersuchungshaft. Der Prozessauftakt vor dem Landgericht Schweinfurt wird in den kommenden Wochen erwartet. Die Anklage lautet auf Mord.