Dark Mode Light Mode

Fight For Green – Nachhaltig, aber unter Druck: Eine kritische Anlegeranalyse des Jahresberichts 2025

geralt (CC0), Pixabay

1. Zusammenfassung

Der Fonds Fight For Green, verwaltet von Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A., verzeichnete im Geschäftsjahr vom 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 eine negative Wertentwicklung:

Anteilklasse R: –5,23 %

Anteilklasse I: –4,67 %.
Damit blieb der Fonds hinter dem Markttrend vergleichbarer ESG-Aktienfonds zurück, was auf die erhöhte Volatilität nachhaltiger Wachstumswerte und eine temporär schwache Performance im Technologiesektor zurückzuführen ist.

2. Anlagestrategie und Struktur

Der Fonds verfolgt eine nachhaltige Aktienstrategie gemäß OGAW-Richtlinie und investiert mindestens 60 % in Aktien sowie über 50 % in Kapitalbeteiligungen.
Der Schwerpunkt liegt auf Unternehmen, die aktiv zur Klimawandelbekämpfung (UN SDG 13) beitragen und wissenschaftlich fundierte Klimaziele (SBTs) verfolgen.

Sektorale Schwerpunkte:

Technologie, Software, Industrie und erneuerbare Energien.
Regionale Verteilung:

Schwerpunkt USA, mit relevanten Positionen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Asien.

Die fünf größten Positionen per 30. 06. 2025:
CBRE Group (3,87 %), Nasdaq (3,70 %), Vonovia (3,65 %), Krones (3,60 %), Siemens (3,50 %).

3. Finanzielle Entwicklung

Das Fondsvermögen belief sich zum Stichtag auf 11,38 Mio. €, wobei 94 % in Aktien angelegt waren.
Trotz eines aktiven Managements blieb der Fonds im Minus, insbesondere aufgrund von Verlusten aus Aktienverkäufen (–307.821 € netto) und Marktschwankungen in der ersten Jahreshälfte 2025.

Die Gesamtkostenquote (TER) lag bei:

1,99 % (R-Klasse)

1,39 % (I-Klasse)
Eine Performance Fee wurde nicht erhoben.

Das Risikoprofil blieb moderat mit einem durchschnittlichen Value-at-Risk von 85 % (Maximum 137 %) und keiner Derivate-Nutzung.
Der Fonds verzeichnete keine Hebelung und keine Wertpapierleihe – ein Pluspunkt für konservative ESG-Investoren.

4. Bewertung aus Anlegersicht

Stärken:

Klare ESG-Strategie mit Fokus auf Klimaziele.

Geprüfter, transparenter Jahresabschluss (KPMG).

Breite Diversifikation über Regionen und Branchen.

Moderate Gebührenstruktur, keine versteckten Kickbacks oder Soft Commissions.

Hohe regulatorische Konformität (OGAW, SFDR Art. 9).

Schwächen / Risiken:

Negativer Jahresertrag trotz positiver Marktentwicklung vieler ESG-Benchmarks.

Hohes Exposure in US-Tech und Industrieaktien, die 2025 teils deutliche Kurskorrekturen erlebten.

Wechselkurs- und Liquiditätsrisiken durch internationale Streuung.

Nachhaltigkeitsansatz bleibt auf Emittentenanalyse fokussiert, nicht auf Impact-Messung.

Übergang der Verwaltung an Universal-Investment GmbH ab 1. November 2025 könnte kurzzeitig Unsicherheit bringen.

5. Fazit

Für langfristig orientierte, risikobewusste ESG-Anleger bleibt der Fight For Green trotz kurzfristiger Verluste interessant. Die strategische Fokussierung auf wissenschaftlich fundierte Klimaziele positioniert den Fonds für künftige Trends im nachhaltigen Investmentumfeld.
Kurzfristig sollten Anleger jedoch mit weiteren Schwankungen rechnen, da die Marktvolatilität und hohe Gewichtung von Wachstumswerten die Renditeentwicklung auch 2026 beeinflussen können.

Empfehlung: Halten für nachhaltige Anleger mit langfristigem Horizont (≥ 5 Jahre); kurzfristige Neuinvestitionen sollten Markterholung abwarten.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Windpark Armstorf Beteiligungs GmbH: Kleine Gesellschaft, rote Zahlen – und geringe Eigenständigkeit im Konzernverbund

Next Post

Brienz kämpft ums Überleben – Schweizer Bergdorf steht nach Erdrutschgefahr vor dem Aus