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Quokkas – die „glücklichsten Tiere der Welt“ und Selfie-Stars Australiens

foursummers (CC0), Pixabay

Sie gelten als die wohl fröhlichsten Tiere des Planeten: Quokkas, kleine Beuteltiere mit rundem Gesicht, Knopfaugen und einem scheinbar ständigen Lächeln. Auf der australischen Insel Rottnest Island sind sie längst zur Touristenattraktion geworden – und zu einem Symbol dafür, wie sehr Tierliebe und Social-Media-Hype ineinandergreifen können.

Tatsächlich ist das berühmte „Lächeln“ der Quokkas jedoch eine optische Täuschung. „Es liegt an ihrer besonderen Kieferstruktur“, erklärt Arvid Hogstrom, Direktor der Umwelt- und Parkdienste auf Rottnest Island. „Das verleiht ihnen nur die Illusion eines Lächelns.“ Dennoch kommen jedes Jahr Tausende Besucher, um ein sogenanntes Quokka-Selfie zu ergattern – ein Foto, das in sozialen Netzwerken millionenfach geteilt wird.

Zutrauliche Inselbewohner ohne Feinde
Die Quokkas leben fast ausschließlich auf Rottnest Island vor der Südwestküste Australiens. Sie sind etwa so groß wie Hauskatzen, nachtaktiv und ernähren sich von Blättern und Gräsern. Da sie keine natürlichen Feinde haben, sind sie ausgesprochen zutraulich – ein Umstand, der sie gleichzeitig gefährdet.

Obwohl überall auf der Insel Hinweisschilder zum richtigen Umgang mit den Tieren angebracht sind, kommen Touristen den Tieren oft zu nahe. Dabei gilt: Anfassen und Füttern sind strikt verboten. Schon minimale menschliche Berührungen können Krankheiten übertragen oder dazu führen, dass Muttertiere ihre Jungen – die sogenannten Joeys – verlassen.

Hohe Strafen für Selfie-Sünder
Wer die Regeln missachtet, riskiert empfindliche Strafen. „Physische Interaktionen mit einem Quokka können mit bis zu 200 Australischen Dollar, also rund 110 Euro, geahndet werden“, sagt Hogstrom. In schweren Fällen droht sogar die Ausweisung von der Insel.

Zwischen Schutz und Selfie-Boom
Auf Rottnest Island leben derzeit rund 10.000 bis 12.000 Quokkas. Die Tiere gelten als gefährdete Art, deren Bestände stark von Witterung und Nahrungsangebot abhängen. Paradoxerweise hat der Selfie-Boom auch positive Effekte: Er lenkt internationale Aufmerksamkeit auf die Quokkas und fördert das Bewusstsein für ihren Schutz.

Die Rottnest Island Authority setzt daher auf Aufklärung statt Abschreckung: Schon auf der Fähre lernen Besucher in Informationsvideos, wie sie den Tieren respektvoll begegnen. Führungen und Schautafeln erklären, wie empfindlich das ökologische Gleichgewicht der Insel ist.

Zwischen türkisblauen Buchten, weißen Stränden und sanften Winden hüpfen die kleinen Beuteltiere weiterhin über die Insel – und lächeln, zumindest für die Kamera, so charmant wie kein anderes Tier auf der Welt. Doch ihr wahres Glück liegt wohl weniger im Selfie, sondern im Schutz ihres einzigartigen Lebensraums.

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