Berlin will im Kampf gegen die zunehmende Vermüllung der Stadt deutlich härter durchgreifen. Nach Informationen aus dem Umweltsenat plant die Hauptstadt eine umfassende Anhebung der Bußgelder für Umweltverstöße – darunter das Wegwerfen von Zigarettenstummeln, Kaugummis oder Getränkedosen.
Besonders drastisch fällt die geplante Strafe für das achtlose Wegschnippen von Zigarettenresten aus: Wer künftig dabei erwischt wird, soll mit Bußgeldern von mehreren Hundert Euro rechnen müssen. Bislang lag der Regelsatz meist zwischen 20 und 50 Euro.
Auch das illegale Abladen von Sperrmüll, Autoreifen oder Bauabfällen soll künftig deutlich teurer werden. Die Stadt reagiert damit auf die stetig wachsenden Mengen an Müll im öffentlichen Raum. Nach Angaben der Berliner Stadtreinigung (BSR) werden jährlich mehr als 30.000 Tonnen illegal abgelagerter Abfälle von Straßen und Grünflächen eingesammelt – Tendenz steigend.
Umweltsenatorin Manja Schreiner (CDU) betonte, dass härtere Strafen allein nicht ausreichen. Ziel sei es, durch konsequente Kontrollen und Öffentlichkeitsarbeit ein stärkeres Bewusstsein für Sauberkeit und Umweltschutz zu schaffen. „Berlin darf nicht weiter zur Müllhalde verkommen“, sagte sie.
Unterstützung kommt von Umweltverbänden, die den Vorstoß als „überfällig“ bezeichnen. Kritiker fordern jedoch, dass die Stadt parallel mehr legale Entsorgungsmöglichkeiten und Mülleimer bereitstellt.
Der neue Bußgeldkatalog soll noch in diesem Jahr vom Senat beschlossen werden und 2026 in Kraft treten – mit dem Ziel, Berlin sauberer, lebenswerter und umweltfreundlicher zu machen.