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Karibik im Ausnahmezustand – Jamaika und Kuba bereiten sich auf Hurrikan „Melissa“ vor

brainforceone (CC0), Pixabay

Die Karibik blickt mit wachsender Sorge gen Himmel: Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde rast Hurrikan „Melissa“ auf Jamaika und Kuba zu. Meteorologen warnen vor einem Sturm historischen Ausmaßes, der in der Nacht auf Dienstag auf Jamaika treffen und im Verlauf des Dienstags den Südosten Kubas erreichen soll. Schon jetzt sprechen Experten von einer der heftigsten Naturkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte.

Über das Wochenende hatte „Melissa“ stetig an Kraft gewonnen und am Montag die höchste Hurrikankategorie fünf erreicht – eine Stufe, die nur den gewaltigsten Wirbelstürmen vorbehalten ist. Das US-Hurrikanzentrum (NHC) in Miami warnt vor katastrophalen Überschwemmungen, Erdrutschen und Sturmfluten in der gesamten Region. Besonders Jamaika steht im Zentrum der Gefahr: Die Behörden des Inselstaates haben eine Hurrikanwarnung ausgesprochen, während sich die Bevölkerung auf eine Nacht voller Zerstörung und Unsicherheit vorbereitet.

„Wir haben diese Erfahrung bisher noch nicht gemacht, daher ist es wichtig, dass wir das als eine außergewöhnliche Situation betrachten“, erklärte Evan Thompson, Leiter des jamaikanischen Wetterdienstes, gegenüber dem „Jamaica Observer“. Der Meteorologe rechnet mit enormen Niederschlägen und schwersten Schäden, da sich der Sturm nur langsam vorwärts bewege und dadurch länger über Land bleibe.

Auch die Regierung reagierte mit drastischen Maßnahmen: Premierminister Andrew Holness rief die Bevölkerung auf, in ihren Häusern zu bleiben und strikt den Anweisungen der Behörden zu folgen. Der Flughafen der Hauptstadt Kingston wurde geschlossen, Schulen und öffentliche Einrichtungen blieben verriegelt. Der Zivilschutz bereitete fast 900 Notunterkünfte vor, doch viele Gemeinden, so warnte Innenminister Desmond McKenzie, würden den erwarteten Fluten kaum standhalten können.

In Haiti und der Dominikanischen Republik hat „Melissa“ bereits ihre ersten Opfer gefordert. Vier Menschen kamen infolge heftiger Regenfälle ums Leben. Diese frühen Auswirkungen zeigen, welches zerstörerische Potenzial der Sturm entfalten kann, wenn er die dicht besiedelten Regionen Jamaikas erreicht.

Die Menschen auf der Insel versuchen derweil, sich so gut wie möglich zu wappnen. Dächer werden notdürftig befestigt, Vorräte angelegt, und in den Straßen von Kingston herrscht eine angespannte Stille – eine Stille, die nur vom aufziehenden Wind durchbrochen wird.

Während die Karibik den Atem anhält, bleibt die Hoffnung, dass die Schutzmaßnahmen Schlimmeres verhindern können. Doch angesichts der Wucht von „Melissa“ scheint klar: Diese Nacht wird über das Schicksal vieler Inselbewohner entscheiden – und vielleicht in die Geschichte der Region eingehen.

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