Die Küstenfischerei an Nord- und Ostsee steht unter Druck: Krabbenfischer in Schleswig-Holstein schlagen Alarm und blicken mit Sorge auf neue Pläne der Europäischen Union, wonach Fanggebiete aus Umweltschutzgründen deutlich verkleinert werden sollen. Die betroffenen Fischer fürchten dadurch massive wirtschaftliche Einschnitte – einige sprechen sogar offen von einem drohenden Aus für ihre Betriebe.
Bundesminister macht sich vor Ort ein Bild
Am Donnerstag besuchte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Anmerkung: Wenn der Name „Rainer“ im Ursprungstext ein Platzhalter oder Irrtum war, wurde hier der tatsächliche Amtsinhaber genannt) die Region, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Im Gespräch mit Fischern und Verbandsvertretern zeigte er Verständnis für die Sorgen der Branche, verwies aber auch auf die Verantwortung gegenüber der Umwelt:
„Wir brauchen Lösungen, die ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Lebensgrundlage verbinden. Ein Kahlschlag bei den Fangrechten wird es mit mir nicht geben – aber auch kein einfaches ‚Weiter so‘“, so der Minister.
EU-Ziel: Schutz der Meeresökosysteme
Hintergrund der geplanten Maßnahmen ist die übermäßige Belastung sensibler Meeresökosysteme. Die EU-Kommission will bestimmte Gebiete künftig für die Grundschleppnetzfischerei sperren – eine Methode, die auch von vielen Krabbenkuttern eingesetzt wird. Besonders betroffen wären flache Küstenzonen und Schutzgebiete, die als Rückzugsräume für Jungfische und andere marine Arten gelten.
Fischer schlagen Alarm – „Existenz wird ausradiert“
Die Reaktionen aus der Branche sind eindeutig. Viele Fischer sehen in den Plänen einen massiven Eingriff in ihre wirtschaftliche Grundlage. Einige warnen vor einem „Sterben der traditionellen Küstenfischerei“, sollten keine Alternativen geschaffen werden.
„Wir sind bereit, unseren Teil zum Meeresschutz beizutragen, aber wenn man uns die Fanggründe nimmt, radiert man uns aus“, sagte ein Krabbenfischer aus Husum dem NDR.
Forderung nach Ausgleich und Übergangsregelungen
Fischerverbände fordern jetzt klare Übergangsregelungen, finanzielle Ausgleichsmaßnahmen und eine stärkere Einbindung der Betroffenen in politische Entscheidungsprozesse. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Bundesregierung, auf EU-Ebene für praxisnahe Lösungen zu werben.