Eine der größten Explosionen an der US-Westküste seit Jahren hat in der Nacht zu Freitag eine Ölraffinerie in El Segundo bei Los Angeles erschüttert. Das gewaltige Beben der Detonation war kilometerweit zu hören, Flammen schlugen hoch in den Nachthimmel. Augenzeugen berichteten von einer „Feuerwand“, die über der Küstenstadt aufragte.
Die Raffinerie zählt zu den bedeutendsten Anlagen Kaliforniens: Sie produziert täglich Millionen Liter Treibstoff, darunter Kerosin für internationale Flughäfen sowie Benzin und Diesel für weite Teile des Bundesstaates. Nach Angaben der Behörden bestand daher akute Gefahr einer massiven Unterbrechung der Versorgung.
Sofort rückten Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr und Katastrophenschutz aus. Mit einem Großaufgebot gelang es, die Flammen einzudämmen und ein Übergreifen auf weitere Teile der Anlage zu verhindern. Mehrere Brandherde seien inzwischen unter Kontrolle, hieß es am Morgen.
Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht, doch mehrere Arbeiter mussten wegen Rauchvergiftungen behandelt werden. Die genaue Ursache der Explosion ist noch unklar. Experten untersuchen derzeit, ob technische Defekte, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen oder Fremdeinwirkung eine Rolle gespielt haben könnten.
Für die Menschen in der Umgebung herrschte stundenlang Alarmzustand. Straßen wurden gesperrt, Anwohner aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. In den sozialen Netzwerken machten Videos die Runde, die das Ausmaß der Feuerwalze dokumentieren.
Kalifornien steht nun vor der Frage, ob es in den kommenden Wochen zu Engpässen an Tankstellen und Flughäfen kommt. Denn die Raffinerie in El Segundo gilt als Herzstück der regionalen Treibstoffversorgung – ihr Ausfall könnte spürbare Folgen für Wirtschaft und Alltag an der Westküste haben.