In Dänemark herrscht derzeit große Unruhe: Immer wieder tauchen Drohnen über wichtigen Orten auf – besonders an Flughäfen und in der Nähe von Militärstützpunkten. Jetzt richtet sich der Blick der Behörden auch auf die Grenze zu Deutschland.
Die dänische Polizei in Süd- und Süderjütland – also im Grenzgebiet zu Schleswig-Holstein – kündigte an, dort besonders aufmerksam zu sein. Man will verhindern, dass Drohnen unbemerkt über die Grenze gebracht oder gesteuert werden.
Flughäfen lahmgelegt – Drohnen überall
In den vergangenen Tagen musste unter anderem der Flughafen Kopenhagen für Stunden gesperrt werden, weil Drohnen gesichtet wurden. Auch an den Airports Aalborg und Billund gab es Alarm. Inzwischen wurden über 500 Drohnensichtungen im ganzen Land gemeldet – ein absoluter Ausnahmezustand.
Die Behörden vermuten, dass die Drohnen nicht von Hobbyfliegern, sondern von Profis mit hoher technischer Ausrüstung gesteuert werden – möglicherweise sogar von einem Schiff in der Ostsee. Ein russisches Kriegsschiff, das sich mit abgeschaltetem Ortungssystem nahe dänischer Gewässer aufhält, gilt als verdächtig.
Premierministerin spricht von „hybridem Krieg“
Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen ist alarmiert. Sie sieht in den Vorfällen gezielte Störaktionen, die Teil eines „hybriden Krieges“ gegen westliche Demokratien sein könnten. Ohne konkrete Beweise zu nennen, erklärte sie: „Ein Land bedroht aktuell Europas Sicherheit besonders – und das ist Russland.“
Auch in anderen Nato-Staaten wie Polen, Estland und Rumänien wurden zuletzt ähnliche Drohnen-Vorfälle gemeldet. Die dänischen Behörden arbeiten nun mit Hochdruck daran, die Herkunft der Drohnen zu klären – und schließen auch eine Verbindung zu russischer Spionage nicht aus.