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Starbucks schließt Hunderte Filialen in Nordamerika – weitere Stellenstreichungen angekündigt

riuzzang (CC0), Pixabay

Starbucks zieht die Reißleine. Um das angeschlagene Geschäft wieder auf Kurs zu bringen, kündigte der weltgrößte Kaffeehausbetreiber ein umfassendes Restrukturierungsprogramm an. Kernpunkte: die Schließung von Hunderten Cafés in Nordamerika und eine zweite Entlassungswelle am Firmensitz.

Umfang der Schließungen

CEO Brian Niccol teilte mit, dass rund ein Prozent der bestehenden Filialen in den kommenden Wochen dichtmachen werde. Ende Juni 2025 betrieb Starbucks noch 18.734 Standorte in Nordamerika. Bis Ende September soll die Zahl auf etwa 18.300 sinken. Betroffen sind insbesondere Geschäfte, die über Jahre Verluste einfuhren oder die – so Niccol – „nicht das Kundenerlebnis schaffen konnten, das Starbucks verspricht.“

Milliardenschweres Programm

Die Kosten für die Umstrukturierung werden auf eine Milliarde US-Dollar beziffert. Darin enthalten sind Abfindungen, Mietkündigungen sowie Investitionen in modernisierte, profitablere Filialkonzepte. Starbucks will künftig stärker auf Drive-Through-Modelle, digitale Bestellungen und kleinere City-Stores setzen.

Stellenabbau in der Konzernzentrale

Neben den Schließungen ist auch die Zentrale des Konzerns von Einschnitten betroffen. Bereits Anfang des Jahres hatte Starbucks Hunderte Stellen gestrichen, nun folgt eine weitere Runde. Exakte Zahlen wurden nicht genannt, Brancheninsider rechnen jedoch mit mehreren Hundert zusätzlichen Kündigungen.

Gründe für die Krise

Starbucks sieht sich gleich mehreren Herausforderungen gegenüber:

  • Steigende Kosten für Rohstoffe, Personal und Mieten belasten die Gewinnmargen.

  • Zunehmender Wettbewerb durch kleinere Ketten und unabhängige Cafés, die mit Individualität und Regionalität punkten.

  • Verändertes Konsumverhalten: Viele Kunden sparen angesichts hoher Inflation an „Luxusausgaben“ wie dem täglichen Coffee-to-go.

  • Technologische Umstellung: Zwar setzt Starbucks verstärkt auf digitale Bestell- und Bezahlmethoden, doch Investitionen in die Modernisierung drücken kurzfristig die Bilanz.

Reaktion an der Börse

Trotz der drastischen Maßnahmen blieb die Aktie im vorbörslichen Handel stabil. Investoren scheinen die Umstrukturierung zunächst als notwendiges Signal zu sehen, warten aber auf konkrete Ergebnisse. „Die Schließungen sind ein Eingeständnis, dass das bisherige Wachstum nicht nachhaltig war“, kommentierte ein Analyst. Entscheidend werde sein, ob Starbucks den Trend zu höherer Effizienz und Rentabilität tatsächlich umsetzen kann.

Ausblick

Niccol betonte, dass Starbucks zwar auf „schmerzhafte Einschnitte“ setze, aber zugleich „die Basis für eine erfolgreiche Zukunft“ legen wolle. Das Unternehmen wolle sich verstärkt auf margenstarke Kernmärkte konzentrieren und gleichzeitig in Technologie, Lieferketten und neue Store-Formate investieren.

Sollte das Programm greifen, könnte Starbucks mittelfristig von einer schlankeren Struktur profitieren. Gelingt die Trendwende nicht, droht jedoch ein weiterer Vertrauensverlust bei Investoren und Mitarbeitern.

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