Österreich: Am Landesgericht Linz ist am Donnerstag ein junger Mann wegen Terrorfinanzierung schuldig gesprochen worden. Der heute 20-Jährige hatte bereits im Teenageralter Spenden für die Terrororganisation Al-Kaida im Irak gesammelt. Das Urteil: 15 Monate Haft, davon fünf Monate unbedingt.
Spenden für „Gotteskrieger“
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der damals jugendliche Angeklagte in sozialen Medien Propaganda für den sogenannten „Islamischen Staat“ und insbesondere für Al-Kaida im Irak betrieben. Neben dieser ideologischen Unterstützung soll er auch Geld gesammelt haben: Rund 500 Euro wurden laut Anklage in den Irak überwiesen, um inhaftierte IS-Kämpfer freizukaufen und deren Lebensumstände zu verbessern.
Jugendstrafrecht angewandt
Da sich die Taten bereits 2021 ereigneten, als der Beschuldigte noch minderjährig war, kam das Jugendstrafrecht zur Anwendung. Dieses sieht für Terrorfinanzierung einen Strafrahmen von bis zu fünf Jahren vor.
Der junge Mann zeigte sich vor Gericht geständig und nahm die Vorwürfe an. Das Urteil – 15 Monate Haft, davon zehn Monate bedingt – ist bereits rechtskräftig.
Chance auf Strafaufschub
Das Gericht stellte dem Angeklagten zudem in Aussicht, die Strafe für ein Jahr aufzuschieben, sofern er am österreichischen Deradikalisierungsprogramm „Derad“ teilnimmt. Mit diesem Programm sollen extremistische Tendenzen erkannt und abgebaut werden.