Der Habona Nahversorgungsfonds Deutschland blickt zum 31. März 2025 auf ein herausforderndes Geschäftsjahr zurück, das von geopolitischen Unsicherheiten, konjunktureller Schwäche in Deutschland sowie Bewertungsanpassungen im Immobiliensektor geprägt war. Für Anleger ergeben sich daraus gemischte Signale:
1. Fondskennzahlen und Performance
Fondsvermögen netto: 119,6 Mio. € (Vorjahr: 141,6 Mio. €).
Anteilpreis: 50,96 € (Rückgang um 1,31 € gegenüber Vorjahr).
BVI-Rendite: -0,8 % p.a. (im Branchenschnitt).
Ertragsrendite (ohne Bewertungseffekte): +1,62 %.
Ausschüttung: 0,90 € je Anteil – stabil auf Rekordniveau.
→ Anleger profitieren von stabilen Ausschüttungen, während die Bewertungseffekte den Gesamtwert leicht drücken.
2. Immobilienportfolio und Vermietung
Portfolio umfasst 14 Objekte, alle in Deutschland, ausschließlich Nahversorgung.
Vermietungsquote: 98 % – praktisch Vollvermietung.
Durchschnittliche Mietvertragslaufzeit: 11 Jahre, teils mit vorzeitigen Verlängerungen (z. B. Rewe in Bad Arolsen +12 Jahre).
→ Hohe Mietsicherheit und bonitätsstarke Ankermieter sichern die Cashflows ab.
3. Finanzierung & Risikoprofil
Fremdkapitalquote: moderate 22,6 % (deutlich unter KAGB-Grenze von 30 %).
Durchschnittlicher Sollzins: 1,41 % p.a., Restlaufzeit der Kredite 4,8 Jahre.
ESG-Strategie: Fokus auf Energieeffizienz, z. B. Umrüstung auf Wärmepumpen.
→ Solide Finanzierung, geringe Zinsrisiken, gute ESG-Positionierung.
4. Marktumfeld
Rückläufige Immobilienbewertungen führten zu Abwertungen (Faktor von 20,5 auf 19,98-fach der Jahresnettosollmiete).
Deutsche Wirtschaft in Rezession, doch Lebensmittelhandel weiterhin wachstumsstark.
Zinssenkungen der EZB und steigende Nachfrage institutioneller Investoren deuten auf einen möglichen neuen Immobilienzyklus hin.
→ Der Fonds ist in einer defensiven, krisenresistenten Nutzungsart positioniert.
5. Chancen und Risiken für Anleger
Chancen: stabile Ausschüttungen, langfristige Mietverträge mit soliden Mietern (Rewe, Edeka, Lidl etc.), mögliche Wertsteigerungen bei wieder anziehendem Immobilienmarkt.
Risiken: kurzfristig negative Bewertungseffekte, Liquiditätsabflüsse durch Rückgaben (-18,8 Mio. €), gesamtwirtschaftliche Unsicherheit.
Fazit:
Der Habona Nahversorgungsfonds Deutschland bleibt trotz Bewertungsdruck ein vergleichsweise defensives Investment mit stabilen Ausschüttungen und soliden Mietern. Für einkommensorientierte Anleger, die Wert auf stetige Auszahlungen und geringe Leerstandsrisiken legen, ist der Fonds attraktiv. Kurssteigerungen sind allerdings erst bei einer nachhaltigen Erholung des Immobilienmarktes zu erwarten.