Die Senioren-Union spricht sich für ein gesetzlich verankertes „Recht auf analoges Leben“ aus. Hintergrund ist die zunehmende Digitalisierung des Alltags, die ältere Menschen oder Bürgerinnen und Bürger ohne Internetzugang zunehmend benachteiligt.
Die kommissarische Bundesvorsitzende Helge Benda erklärte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass Behördengänge, Bankgeschäfte und andere Formen der gesellschaftlichen Teilhabe auch künftig ohne digitale Geräte oder Internetzugang möglich bleiben müssen. „Der analoge Zugang zu Bereichen des alltäglichen Lebens ist Teil von Selbstbestimmung und Würde im Alter“, so Benda.
Digitale Kluft im Alltag
Viele Dienstleistungen – von der Terminvergabe bei Behörden über Online-Banking bis hin zu Gesundheitsdiensten – sind inzwischen stark digitalisiert. Für viele Menschen sei dies eine Erleichterung, für andere jedoch eine Hürde. Insbesondere Seniorinnen und Senioren, die nicht über die notwendigen technischen Kenntnisse oder Geräte verfügen, fühlen sich dadurch abgehängt.
Politische Forderung
Die Senioren-Union will deshalb erreichen, dass es dauerhaft analoge Alternativen gibt. Dazu zählen klassische Schalter- und Serviceangebote in Banken, persönliche Beratung bei Ämtern oder nicht-digitale Kommunikationswege im Gesundheitswesen. Es gehe nicht darum, die Digitalisierung zu stoppen, sondern darum, Parallelstrukturen zu sichern, die niemanden ausschließen.
Gesellschaftliche Bedeutung
Der Vorstoß findet auch Unterstützung bei Sozialverbänden, die seit Jahren darauf hinweisen, dass digitale Exklusivität zu sozialer Isolation führen kann. Gerade für ältere Menschen sei es entscheidend, selbst wählen zu können, wie sie alltägliche Dinge erledigen – ob per App oder am Schalter.
Fazit
Mit der Forderung nach einem „Recht auf analoges Leben“ will die Senioren-Union sicherstellen, dass die Digitalisierung nicht zur Ausgrenzung führt. Stattdessen soll sie mit einem inklusiven Ansatz gestaltet werden, der digitale Fortschritte nutzt, aber gleichzeitig analoge Wege erhält.