Mitten in der Nacht, mitten in einem belebten Stadtteil, fallen Schüsse: Ein 18-jähriger junger Mann ist in der Nacht zu Sonntag durch eine Schussverletzung am Oberarm schwer verletzt worden. Die Tat ereignete sich gegen 1 Uhr an der Ecke Werner-Otto-Straße / Haldesdorfer Straße, nur wenige Meter von einer Shishabar entfernt, die bereits mehrfach Ziel von Angriffen war.
Nach Angaben der Polizei war der junge Mann kurz zuvor aus einem Bus gestiegen, als er in eine Auseinandersetzung mit mehreren Personen geriet. Der Streit eskalierte – Feuerwehrleute, die zufällig auf dem Rückweg von einem Einsatz waren, beobachteten das Geschehen. Dann fielen Schüsse.
Trotz seiner Verletzung konnte sich der 18-Jährige blutend zu einer nahegelegenen Eventlocation schleppen, in der gerade Abiturientinnen und Abiturienten ihren Abschluss feierten. Die Gäste reagierten sofort: Sie leisteten Erste Hilfe und alarmierten den Notruf. Das Opfer wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht und operiert – Lebensgefahr bestand nicht, so die Polizei.
Ein Großaufgebot der Polizei rückte an. Das Veranstaltungsgelände wurde geräumt, das Umfeld weitläufig abgesperrt, schwer bewaffnete Kräfte sicherten die Umgebung. Die Ermittlerinnen und Ermittler befragten zahlreiche Zeuginnen und Zeugen und sicherten Spuren.
Ob es einen Zusammenhang zur benachbarten Shishabar gibt, auf die bereits mehrfach geschossen wurde, ist derzeit unklar. Hinweise aus der Bevölkerung deuten darauf hin, dass nach den Schüssen etwa fünf Personen vom Tatort flohen, offenbar in Richtung Hegholt.
Eine Fahndung mit über 20 Streifenwagen blieb bislang erfolglos. Die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar – von einer gezielten Attacke bis zu einer Eskalation aus dem Nichts scheint vieles denkbar.
Die Polizei bittet nun dringend um Hinweise: Wer etwas gesehen hat oder Angaben zu den flüchtigen Personen machen kann, wird gebeten, sich beim Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 040/4286-56789 zu melden. Jede Beobachtung könnte helfen, dieses brutale Verbrechen aufzuklären.