Die größte Lehrergewerkschaft der Vereinigten Staaten, die National Education Association (NEA), hat einen umstrittenen Vorschlag gebilligt, der einen Bruch mit der Anti-Defamation League (ADL) vorsieht – einer Organisation, die sich seit Jahrzehnten für den Kampf gegen Antisemitismus engagiert.
Der Antrag mit dem Titel New Business Item 39 wurde am 5. Juli 2025 auf der jährlichen Vertreterversammlung der NEA in Portland, Oregon, in einer knappen Abstimmung angenommen. Laut einer Sprecherin der Gewerkschaft stimmten über 6.000 Delegierte dafür, dem Exekutivausschuss der NEA die Empfehlung vorzulegen, künftig weder Materialien der ADL zu nutzen noch an deren Programmen teilzunehmen oder diese zu bewerben.
Der Vorschlag ist noch nicht endgültig beschlossen. Er wird nun vom Exekutivausschuss geprüft, der anschließend eine Empfehlung an den Vorstand der NEA abgeben soll. Ein entsprechendes Treffen wurde bisher nicht terminiert.
Die Anti-Defamation League äußerte sich bestürzt über den Vorgang. In einer offiziellen Stellungnahme bezeichnete ein Sprecher die Entscheidung der NEA als „zutiefst beunruhigend“. Man lasse sich jedoch nicht einschüchtern und werde weiterhin Bildungsprogramme zum Thema Antisemitismus und Holocaust anbieten, die jährlich Millionen von Schüler*innen erreichen.
Die NEA vertritt rund drei Millionen Lehrkräfte in den USA und unterhält Verbände in allen Bundesstaaten sowie in über 14.000 Gemeinden. In einer Stellungnahme betonte die Organisation ihr Engagement für inklusive Bildung: „Wir setzen uns uneingeschränkt dafür ein, jeglicher Form von Hass und Diskriminierung entgegenzutreten – einschließlich Antisemitismus und antipalästinensischer Vorurteile.“