Ein Waldbrand im Norden Sardiniens hat am Mittwoch für erhebliche Störungen im Luftverkehr gesorgt. Wie italienische Medien berichten, war insbesondere der Flughafen Olbia Costa Smeralda, ein wichtiges Drehkreuz für den internationalen Tourismus auf der Mittelmeerinsel, betroffen. Der Luftraum rund um den Flughafen wurde zeitweise vollständig gesperrt, weil dichter Rauch vom nahen Brandgebiet die sichere Durchführung von Starts und Landungen unmöglich machte.
Der Brand war in der Nähe der Hafenstadt Olbia ausgebrochen und breitete sich wegen anhaltender Hitze und starker Winde rasch aus. Behörden und Einsatzkräfte reagierten mit einem großangelegten Lösch- und Evakuierungseinsatz, bei dem auch mehrere Löschflugzeuge und Hubschrauber im Einsatz waren. Der Zivilschutz warnte vor einem möglichen Übergreifen der Flammen auf bewohnte Gebiete, während die Feuerwehr versuchte, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.
Im Zuge der Sperrung des Flughafens mussten mehrere ankommende Maschinen umgeleitet werden. Darunter befanden sich auch drei Urlaubsflüge aus Deutschland – zwei aus München und ein weiterer aus Berlin –, die statt in Olbia im rund 270 Kilometer entfernten Cagliari im Süden der Insel landeten. Dort mussten die Passagiere mit Bussen oder Mietwagen zu ihren eigentlichen Zielorten im Norden der Insel weiterreisen. Auch bei Abflügen kam es zu erheblichen Verzögerungen.
Die Situation vor Ort ist angespannt. Urlauber und Einheimische wurden aufgerufen, die betroffenen Gebiete zu meiden und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. In sozialen Netzwerken teilten Reisende Berichte über Verspätungen, chaotische Szenen am Flughafen und gesperrte Zufahrtsstraßen.
Der Flughafenbetreiber teilte mit, dass man die Entwicklungen laufend beobachte. Wann mit einer Normalisierung des Flugbetriebs zu rechnen ist, blieb zunächst offen und hängt vom Fortschritt der Löscharbeiten ab.
Sardinien wird in den Sommermonaten immer wieder von Waldbränden heimgesucht, die durch Dürre, Hitze und Fahrlässigkeit begünstigt werden. Der Vorfall zeigt erneut, wie anfällig touristische Regionen gegenüber Naturgefahren sind – insbesondere in Zeiten des Klimawandels.