Nach den verschärften deutschen Grenzkontrollen zieht nun auch Polen nach: Ab Mitternacht werden an der gemeinsamen Grenze gezielt Fahrzeuge kontrolliert – allerdings ohne Schlagbäume oder fest installierte Sperren.
Wie ein Sprecher des polnischen Grenzschutzes bestätigte, konzentrieren sich die Maßnahmen vor allem auf Busse, Kleinbusse und Pkw mit vielen Insassen. Auch Fahrzeuge mit stark getönten Scheiben sollen besonders im Visier der Beamten stehen. „Die Kontrollen werden stichprobenartig durchgeführt“, sagte Grenzschutz-Sprecher Konrad Szwed der Nachrichtenagentur PAP.
Die Anwohner der Grenzregion müssen sich demnach keine Sorgen machen: Arbeitspendler und Menschen, die täglich über die Grenze fahren, sollen von den Maßnahmen so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.
Die neuen Kontrollen sind eine direkte Reaktion auf die deutschen Maßnahmen: Berlin hatte im Mai die Überwachung der Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz deutlich verschärft – vor allem um irreguläre Einreisen zu verhindern und Asylsuchende zurückzuweisen.
An insgesamt 52 Grenzübergängen zu Deutschland sowie 13 Übergängen nach Litauen sollen die Kontrollen ablaufen – ohne Barrieren, aber mit klarer Botschaft: Auch Polen will stärker kontrollieren, wer ins Land kommt.
Für Reisende bedeutet das: Ab sofort könnte es an der Grenze auch mal länger dauern – zumindest, wenn man nicht alleine im Auto sitzt.