Die spanische Sozialistische Partei (PSOE) zieht eine klare rote Linie: Wer künftig die Dienste von Prostituierten in Anspruch nimmt, hat in der Partei keinen Platz mehr. Das Verbot ist eine direkte Reaktion auf einen Skandal, der die Partei zuletzt erschütterte – und soll ein unmissverständliches Signal senden.
„Wenn wir davon ausgehen, dass der Körper einer Frau nicht zum Verkauf steht, dann darf es bei uns auch keinen Platz für Männer geben, die sich genau das erkaufen“, erklärte Spaniens Ministerpräsident und PSOE-Chef Pedro Sanchez.
Hintergrund der überraschend scharfen Maßnahme ist ein politischer Eklat: Erst vor wenigen Tagen war Generalsekretär Santos Cerdán festgenommen worden – Medien berichten von einem Skandal im Zusammenhang mit bezahltem Sex.
Mit dem Beschluss will die PSOE ein Zeichen setzen – nicht nur nach innen, sondern auch nach außen: Die Partei sieht sich als Vorkämpferin für Frauenrechte und Gleichstellung. Ein Verbot von Prostitution für Parteimitglieder gilt als konsequenter Schritt, der die Basis jedoch spaltet.
Denn in Spanien wird seit Jahren über die Regulierung oder Abschaffung der Prostitution gestritten. Kritiker werfen der PSOE vor, mit dem Verbot die Sexarbeit ins Dunkelfeld zu treiben. Befürworter loben hingegen die neue Regel als wichtigen Schritt im Kampf gegen Ausbeutung und Menschenhandel.
Für die Sozialisten selbst ist eines klar: Wer künftig gegen das Verbot verstößt, verliert automatisch seine Mitgliedschaft. Ein deutliches Signal – das auch andere Parteien unter Zugzwang setzen könnte.