Auf Martha’s Vineyard, der Kulisse von Steven Spielbergs Klassiker „Der weiße Hai“, steht der Sommer 2025 ganz im Zeichen des 50-jährigen Filmjubiläums. Seit dem Kinostart am 20. Juni 1975 hat der Film Generationen das Baden im Meer verleidet – und eine weltweite Faszination für Haie ausgelöst.
Das Jubiläum wird mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert: Filmvorführungen, Ausstellungen, Konzerte mit der ikonischen Filmmusik sowie geführte Touren zu Original-Drehorten locken tausende Besucher auf die Insel. Hotels sind ausgebucht, viele Veranstaltungen bereits restlos ausverkauft. Einheimische wie Touristen feiern gemeinsam den „Jaws“-Kult, während Souvenirshops und Restaurants mit Hai-Deko und thematischen Spezialitäten aufwarten.
Doch neben der Nostalgie gibt es auch kritische Töne. Denn der Film führte in den 1970ern zu irrationalen Ängsten und teils zur gezielten Tötung von Haien. Heute nutzen Wissenschaftler und Aktivisten das Jubiläum, um auf den Schutz der bedrohten Tiere hinzuweisen. Haiforscherin Megan Winton vom Atlantic White Shark Conservancy betont, dass Haie essenzielle Rollen im marinen Ökosystem spielen und der Mensch inzwischen die größere Bedrohung darstellt.
Im örtlichen Museum widmet sich eine große Ausstellung nicht nur dem Kult um „Jaws“, sondern auch der Aufklärung über Haie. Kinder lernen hier ebenso wie Erwachsene, warum Respekt vor den Tieren wichtiger ist als Angst. Auch Peter Benchleys Witwe, die sich heute für den Haischutz engagiert, wird als Sprecherin erwartet.
Langstreckenschwimmer Lewis Pugh setzte ein Zeichen für den Schutz der Tiere: Trotz Haiangst absolvierte er einen 12-tägigen Schwimm-Marathon rund um die Insel, um auf die Gefährdung der Meeresräuber aufmerksam zu machen. „Ich bin mehr vor einer Welt ohne Haie als vor Haien selbst erschrocken“, sagte er.
Forschung und Schutzmaßnahmen zeigen Erfolg: Vor der Küste von Massachusetts erholen sich die Bestände der Weißen Haie langsam. Doch Konflikte mit Menschen, etwa durch Bootsverkehr oder Badeunfälle, bleiben ein Risiko.
Trotz aller Fortschritte im Wissen über Haie gibt es laut Winton noch viele offene Fragen – etwa über Fortpflanzung und Wanderverhalten. Eines ist jedoch klar: Haie brauchen nicht unsere Angst, sondern unseren Schutz.