Was einst in den Hinterhöfen von San Bernardino begann, füllt heute legendäre Hallen: Die mexikanisch-amerikanische Band Fuerza Regida rund um Frontmann Jesús “JOP” Ortiz Paz hat in ihrer fast zehnjährigen Karriere einiges erreicht – doch 2025 markieren zwei Meilensteine: Debüts im Madison Square Garden in New York und im Hollywood Bowl in Los Angeles. Und das mit einem Genre, das lange belächelt wurde – den corridos.
Ihr aktuelles Album „111XPANTIA“ steht symbolisch für den Erfolg, der nicht nur aus Talent, sondern vor allem aus harter Arbeit und Vision entstanden ist. Der Titel vereint die Engelszahl 111, die Glück und Manifestation bedeutet, mit „ixpantia“, einem Nahuatl-Wort für genau diesen Begriff. „Alles, was ich manifestiert habe, ist auf irgendeine Weise eingetroffen“, sagt Paz.
Das Album ist nicht nur das erfolgreichste der Band, sondern erreichte Platz 2 der Billboard 200 – ein historischer Moment für regionale mexikanische Musik. Mit Tracks wie „Peliculiando“ und „Godfather“ bleibt die Band ihren Wurzeln treu und kombiniert diese mit modernen Einflüssen aus Hip-Hop, Reggaeton und Bachata.
Trotz des Erfolgs zeigt sich Fuerza Regida bodenständig. Ob im Studio oder auf Tour – das Motto lautet: arbeiten, als hätte man noch nichts erreicht. Paz, der auch das Label Street Mob Records gründete, beschreibt den Weg der Band als Kampf um kulturelle Anerkennung: „Wir haben immer für unsere Musik und unsere Kultur gekämpft.“
Dabei endet ihr Engagement nicht auf der Bühne. In Reaktion auf jüngste ICE-Razzien in Los Angeles spendete die Band alle Einnahmen aus einer Sonderedition ihrer Merchandising-Artikel an betroffene Migrant*innenfamilien. Auch während der Brände in Kalifornien half die Gruppe bei der Unterbringung von über 270 Menschen.
„Wenn man gesegnet ist, sollte man auch etwas zurückgeben“, erklärt Paz. Es ist diese Haltung, die Fuerza Regida nicht nur musikalisch, sondern auch gesellschaftlich zu einem Vorbild macht – eine Stimme für jene, deren Geschichten sonst kaum gehört werden.
Mit Manifestation, Mut und einem klaren Bekenntnis zur eigenen Herkunft steht Fuerza Regida exemplarisch für eine neue Generation von Künstler*innen, die nicht nur Bühnen erobern, sondern auch Veränderung gestalten wollen.