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Capri zieht Grenzen: Neue Regeln gegen aggressive Straßenwerbung zum Schutz der Urlauber

dasaias (CC0), Pixabay

Die italienische Urlaubsinsel Capri, weltbekannt für ihre atemberaubenden Klippen, das azurblaue Meer und ihr exklusives Flair, will ihre Gäste künftig besser vor aufdringlichen Verkaufsmaschen schützen. Um das Urlaubserlebnis für die jährlich tausenden Besucher zu verbessern, hat Bürgermeister Paolo Falco eine neue Verordnung gegen aggressive Werbung im öffentlichen Raum erlassen.

Nach den neuen Regeln ist es ab sofort verboten, Touristen auf offener Straße aktiv mit Werbematerialien anzusprechen oder sich ihnen ungefragt mit Verkaufsabsicht zu nähern. Dazu zählt insbesondere das Verteilen von Flyern, das gezielte Ansprechen von Passanten zur Bewerbung von Restaurants, Ausflügen, Bootstouren oder anderen Dienstleistungen sowie jede Form der offensiven Kundenwerbung, die als aufdringlich empfunden werden könnte.

Ziel der Maßnahme ist es, den öffentlichen Raum auf Capri – insbesondere belebte Gassen, Plätze und die beliebten touristischen Hotspots – wieder ruhiger, entspannter und einladender zu gestalten. Bürgermeister Falco betont:

„Capri ist ein Ort der Erholung, der Schönheit und der Kultur. Unsere Gäste sollen sich frei bewegen können, ohne das Gefühl, ständig als Kunden umworben zu werden. Der öffentliche Raum gehört allen – nicht nur den Geschäftemachern.“

Die Entscheidung ist eine Reaktion auf die zunehmende Zahl von Beschwerden – sowohl von Touristen als auch von Einheimischen –, die sich durch die Vielzahl an aggressiven Werbeanbietern belästigt fühlten. Besonders betroffen sind die Tagesgäste, die mit Fähren aus Neapel oder Sorrent anreisen und oft direkt am Hafen oder auf dem Weg zur Piazzetta angesprochen werden.

Wer gegen die neue Vorschrift verstößt, muss mit Konsequenzen rechnen: Es drohen Bußgelder, und bei wiederholten Verstößen kann der Stadtverwaltung zufolge sogar die gewerbliche Lizenz zeitweise entzogen werden. Damit will man sicherstellen, dass die Regeln auch effektiv durchgesetzt werden und nachhaltige Wirkung zeigen.

Die Maßnahme wird von vielen auf der Insel begrüßt – vor allem von Stammgästen, Hotelbetreibern und Gastronomen, die um das exklusive Image Capris fürchten. Kritisch sehen die Verordnung hingegen einige Anbieter kleiner Tourismus-Dienstleistungen, für die das direkte Ansprechen von Passanten bisher eine wichtige Einnahmequelle war.

Ob sich die neue Regelung langfristig bewährt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Capri sendet ein deutliches Signal, dass Tourismus nicht auf Kosten der Aufenthaltsqualität gehen darf – und dass auch beliebte Reiseziele klare Grenzen setzen können, wenn es um den Schutz ihrer Besucher geht.

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