Angesichts zunehmender Hitzewellen in Deutschland schlagen Patientenschützer Alarm: Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen seien unzureichend auf extreme Temperaturen vorbereitet. „Ausreichend Getränke, morgendliches Lüften und angepasste Speisepläne reichen nicht aus, um Pflegeheimbewohner und Krankenhauspatienten sicher durch tropische Tage zu bringen“, mahnt Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
Besonders ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen gehören zu den Risikogruppen, die unter starker Hitze gesundheitlich erheblich leiden können. Kreislaufprobleme, Dehydrierung und lebensbedrohliche Komplikationen sind die Folge, wenn die Einrichtungen nicht ausreichend vorbereitet sind.
Brysch fordert daher von der Bundesregierung einen verbindlichen und flächendeckenden Investitionsplan, um die notwendige Infrastruktur in den rund 1.600 Krankenhäusern und 12.000 Pflegeeinrichtungen des Landes anzupassen. Dazu gehören unter anderem moderne Klimatisierungssysteme, hitzeresistente Bauweisen, bessere Isolierung, verschattete Außenbereiche sowie klare Notfallpläne für Personal und Bewohner.
Der Klimawandel verschärft das Problem zusehends: Die Zahl heißer Tage nimmt Jahr für Jahr zu, während viele Pflegeheime und Kliniken noch auf baulichen und technischen Standards beruhen, die auf deutlich mildere Sommer ausgelegt sind.
Patientenschützer mahnen deshalb zum schnellen Handeln, bevor Hitzewellen in deutschen Pflege- und Krankenhäusern zu vermeidbaren Todesfällen führen. Brysch betont: „Die Verantwortung für die Sicherheit der Schwächsten in unserer Gesellschaft liegt beim Staat. Hier geht es um Gesundheit und Menschenleben.“