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Angst, Wut, Entschlossenheit: Antisemitische Gewalt erschüttert jüdische Gemeinden in den USA

geralt (CC0), Pixabay

Eine Welle brutaler antisemitischer Angriffe sorgt in den USA für Entsetzen – und tiefe Verunsicherung innerhalb der jüdischen Gemeinschaft. In Boulder, Colorado, wurden am 1. Juni zwölf Menschen verletzt, als ein Mann bei einer friedlichen pro-israelischen Versammlung Molotowcocktails warf. Unter den Verletzten: eine 88-jährige Holocaust-Überlebende.

Der Täter rief „Free Palestine“ und sagte später, er habe gezielt angegriffen – aus Hass auf die jüdische Unterstützung Israels. Nur zwei Wochen zuvor hatte ein Mann in Washington D.C. ein junges jüdisches Paar vor einem Museum erschossen. Und im April brannte das Haus des Gouverneurs von Pennsylvania, Josh Shapiro, nachdem er Gäste zum Pessachfest empfangen hatte. Auch hier steht Antisemitismus als Motiv im Raum.

Was diese Taten so beunruhigend macht: Sie richten sich nicht nur gegen Institutionen, sondern gezielt gegen jüdisches Leben im öffentlichen Raum – gegen Menschen, die ihre Identität sichtbar machen.

„Die jüdische Gemeinschaft ist gewohnt, hinter kugelsicherem Glas und Metalldetektoren zusammenzukommen“, sagt Oren Segal von der Anti-Defamation League. „Aber diese Angriffe treffen öffentliche Versammlungen – das verändert alles.“

Viele Betroffene empfinden Angst, Trauer – und dennoch Entschlossenheit. Lisa Turnquist, 66, war in Boulder vor Ort, als die Flammen ausbrachen. Mit einem Handtuch aus ihrem Hundewagen löschte sie das Feuer auf der Kleidung einer älteren Frau. Am nächsten Tag wollte sie eigentlich im Bett bleiben. Doch sie stand auf – um Blumen und eine kleine israelische Fahne niederzulegen. „Gerade jetzt müssen wir aufstehen“, sagt sie. „Jetzt dürfen wir nicht schweigen.“

Jüdische Einrichtungen im ganzen Land erhöhen erneut ihre Sicherheitsvorkehrungen. Expert*innen warnen, dass sich durch anhaltende Hetze im Netz und bei Protesten antisemitische Ressentiments weiter radikalisieren könnten – bis hin zu Gewalt.

„Es gibt Grausamkeit auf beiden Seiten – in Gaza wie in Israel“, sagt Adam Rovner von der Universität Denver. „Aber wer das nicht aushält und in blinden Hass umschlägt, verliert seine Menschlichkeit.“

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