Die einst enge Beziehung zwischen Elon Musk und US-Präsident Donald Trump steht vor dem Bruch. Nach monatelanger Zusammenarbeit, in der Musk als Top-Spender, Regierungsberater und Leiter der neu geschaffenen „Behörde für Regierungseffizienz“ (DOGE) fungierte, kritisiert der Tech-Milliardär nun offen zentrale Elemente von Trumps Politik.
Der Bruch kam überraschend: Noch im Mai trat Musk bei einem Presseevent im Weißen Haus gemeinsam mit Trump auf. Doch nur wenige Tage später attackierte er öffentlich Trumps zentrales innenpolitisches Projekt, das sogenannte „Big Beautiful Bill“. In einem scharfen Post auf X nannte Musk das Gesetz „eine ekelhafte Abscheulichkeit“ – überladen mit Ausgaben, ineffizient und „eine Schande“.
Musk war 2024 einer der einflussreichsten Unterstützer von Trump. Nach dem Attentatsversuch auf Trump im Juli 2024 erklärte Musk offiziell seine Unterstützung für dessen Kandidatur und spendete über 250 Millionen US-Dollar an verbundene Organisationen – inklusive täglicher Zahlungen an Wähler in Swing States, was rechtliche Debatten auslöste.
Als Chef der DOGE strich Musk Tausende Stellen im öffentlichen Dienst und setzte sich für drastische Ausgabenkürzungen ein. Doch nach wirtschaftlichen Problemen bei Tesla und wachsender politischer Distanz zu Trump zog er sich Ende Mai offiziell zurück.
Beobachter werten Musks Kehrtwende als Signal wachsender Spannungen innerhalb der konservativen Bewegung – auch einige Republikaner äußern inzwischen Bedenken am „Big Beautiful Bill“.
Ob es sich bei Musks Kritik um einen endgültigen Bruch oder nur einen taktischen Rückzug handelt, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Der Einfluss des reichsten Mannes der Welt auf die US-Politik bleibt umstritten.