Die Europäische Union und die Philippinen haben ihren Willen bekräftigt, künftig enger im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu kooperieren. Das gaben der philippinische Außenminister Enrique Manalo und die neue EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Manila bekannt. Ziel der Partnerschaft sei es, sich gemeinsam gegen eine wachsende Zahl globaler und regionaler Sicherheitsbedrohungen zu wappnen.
Außenminister Manalo betonte die Notwendigkeit, den sicherheitspolitischen Dialog mit gleichgesinnten Partnern wie der Europäischen Union auszubauen. Er verwies auf die Herausforderungen der Gegenwart, insbesondere:
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die Zunahme von Cyberangriffen auf staatliche und kritische Infrastrukturen,
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die Manipulation von Informationen in digitalen Räumen (Desinformationskampagnen),
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sowie wachsende geopolitische Spannungen im indo-pazifischen Raum.
Die EU-Außenbeauftragte Kallas unterstrich, dass die Philippinen für die EU ein strategischer Partner im Indo-Pazifik seien. Die EU habe ein hohes Interesse daran, die regelbasierte internationale Ordnung zu stärken und die Souveränität und territoriale Integrität von Partnerstaaten zu schützen. In diesem Kontext werde die EU ihre sicherheitspolitische Präsenz in der Region ausbauen – unter anderem durch strategische Dialoge, gemeinsame Ausbildungsprogramme sowie durch maritime Zusammenarbeit.
Hintergrund: Streit mit China um das Südchinesische Meer
Die Kooperation erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen den Philippinen und China. Peking erhebt weitreichende, völkerrechtlich umstrittene Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer – einem geopolitisch zentralen Seegebiet mit erheblicher wirtschaftlicher und militärischer Bedeutung. Die Philippinen beanspruchen dort ebenfalls Hoheitsrechte und berufen sich auf ein Schiedsgerichtsurteil von 2016, das die chinesischen Ansprüche weitgehend zurückwies – ein Urteil, das China jedoch nicht anerkennt.
Zuletzt kam es wiederholt zu Zwischenfällen zwischen chinesischen und philippinischen Schiffen – darunter auch gezielte Blockaden und riskante Manöver. Diese Entwicklungen erhöhen den sicherheitspolitischen Druck in der Region und rücken Partnerschaften wie die mit der EU in den Fokus der philippinischen Außen- und Sicherheitspolitik.
Bedeutung für Europa und geopolitisch interessierte Anleger
Für die Europäische Union steht die Zusammenarbeit mit den Philippinen exemplarisch für eine strategische Neuausrichtung in Richtung Indo-Pazifik – einer Region, die sowohl sicherheitspolitisch als auch wirtschaftlich zunehmend im Zentrum globaler Interessen steht.
Die Philippinen wiederum profitieren von technologischer Zusammenarbeit, sicherheitspolitischer Expertise sowie potenziellen Investitionen im Bereich Cybersicherheit, Infrastruktur und Verteidigungstechnologie. Aus geopolitischer Anlegersicht können solche Kooperationen zu einem stabileren Investitionsumfeld beitragen – vorausgesetzt, die Spannungen mit China eskalieren nicht weiter.