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Missbrauchsvorwürfe gegen Diddy: Schockierende Aussagen im laufenden Prozess

geralt (CC0), Pixabay

Der ehemalige Musikmogul Sean „Diddy“ Combs steht derzeit in einem aufsehenerregenden Bundesprozess wegen sexueller Ausbeutung, Menschenhandel und organisierter Kriminalität vor Gericht. In der ersten Phase der Verhandlung sagten zahlreiche Zeugen aus, darunter frühere Mitarbeiter, Freunde sowie die Mutter seiner Ex-Partnerin Cassie Ventura Fine.

Die Aussagen zeichnen ein erschütterndes Bild: von emotionaler Manipulation über sexuelle Gewalt bis hin zu mutmaßlicher Einschüchterung durch Waffen, Geldforderungen und kompromittierendes Videomaterial.

„Ich hatte Angst um meine Tochter“ – Cassies Mutter sagt aus

Regina Ventura, die Mutter von Cassie, berichtete am 20. Mai unter Tränen, sie sei „körperlich krank“ gewesen, als sie von den mutmaßlichen Misshandlungen erfuhr. Im Dezember 2011 habe Combs laut ihrer Tochter gedroht, intime Aufnahmen zu veröffentlichen – am Weihnachtsabend.

Aus Angst überwies sie damals 20.000 US-Dollar an Combs’ Firma. Das Geld sei kurz darauf zurückgekommen, doch der psychische Druck blieb. „Ich hatte Angst um meine Tochter“, sagte sie. Außerdem zeigte sie dem Gericht Fotos von Cassies Verletzungen aus dem Jahr 2011 – blauen Flecken am Rücken und Oberschenkel.

Ex-Mitarbeiter: Waffen, Drogen und Erpressung

David James, ein ehemaliger persönlicher Assistent Combs’, sagte aus, dass er mehrfach unter Druck gesetzt worden sei, Lügendetektortests zu absolvieren – etwa als Schmuck oder Bargeld verschwanden. Er berichtete auch von einem bedrohlichen Vorfall mit Suge Knight, bei dem Combs angeblich mit Waffen bewaffnet auf eine Konfrontation drängte.

James behauptete außerdem, er habe regelmäßig Drogen für Combs besorgt – darunter Ecstasy in der Form von Barack Obamas Gesicht, sowie Kokain auf einer Yacht in St. Tropez.

Besonders brisant: Combs habe ein Video von James unter Einfluss von Drogen bei einer Party gespeichert und ihm gesagt: „Ich behalte das – falls ich es mal brauche.“

Ehemaliger Tänzer schildert „inszenierte Sex-Szenen“

Der frühere Stripper Sharay Hayes, genannt „The Punisher“, berichtete detailliert von angeblichen orgienähnlichen Szenarien, die Combs laut Aussage über Jahre hinweg organisierte. Cassie habe ihn mehrfach angewiesen, eine „sexy Szene“ zu inszenieren, oft mit Babyöl, Lichtregie und klaren Anweisungen vom Musikproduzenten.

Obwohl Cassie nie direkt „Nein“ gesagt habe, habe sie „sichtbares Unbehagen“ gezeigt. Hayes betonte, er habe sich regelmäßig unter Druck gesetzt gefühlt und Potenzmittel nehmen müssen, um die Erwartungen zu erfüllen.

Prominente Zeugen und weitere Vorwürfe

Der Rapper Kid Cudi (Scott Mescudi) soll ebenfalls noch aussagen – laut Anklage wurde er von Combs bedroht, nachdem er kurzzeitig mit Cassie liiert war. Weitere Zeugen wie die Musikerin Dawn Richard sagten, sie hätten wiederholt erlebt, wie Combs Cassie physisch misshandelte – auch vor prominenten Gästen wie Usher und Jimmy Iovine.

Ein weiteres Opfer, Kerry Morgan, warf Combs vor, sie 2018 mit einem Kleiderbügel geschlagen zu haben, nachdem er Cassie der Untreue beschuldigt hatte.

Was wird Diddy genau vorgeworfen?

Combs, der sich auf nicht schuldig plädiert hat, wird beschuldigt, über Jahre hinweg ein kriminelles Netzwerk aufgebaut zu haben, das Frauen durch Drogen, Angst und Erpressung zu sexuellen Handlungen zwang. Die Bundesanwaltschaft nutzt dafür das sogenannte RICO-Gesetz (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act), das normalerweise bei mafiösen Strukturen zur Anwendung kommt.

Keine Kameras im Gericht – aber Berichterstattung live

Da es sich um einen Bundesprozess handelt, ist keine TV-Übertragung erlaubt.

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