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US-Frauen erben in den nächsten Jahrzehnten 50 Billionen Dollar – was hinter dem „Great Wealth Transfer“ steckt
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US-Frauen erben in den nächsten Jahrzehnten 50 Billionen Dollar – was hinter dem „Great Wealth Transfer“ steckt

geralt (CC0), Pixabay

In den kommenden Jahrzehnten wird in den USA ein historischer Vermögensübergang stattfinden: Der sogenannte „Great Wealth Transfer“ beschreibt die Weitergabe von Vermögen in Höhe von 84 Billionen US-Dollar von der Babyboomer- und der „Silent Generation“ an jüngere Generationen. Doch ein Großteil dieses Geldes wird nicht sofort an Kinder oder Enkel fließen – sondern zuerst an Ehepartnerinnen.

Laut einer aktuellen Analyse des Beratungsunternehmens Cerulli Associates werden allein zwischen 2024 und 2048 rund 54 Billionen US-Dollar im Rahmen sogenannter „horizontaler Transfers“ innerhalb von Ehen weitergegeben – zumeist von Ehemännern an überlebende Ehefrauen.

Über 95 % des Vermögens landet zunächst bei Frauen

Da Frauen statistisch gesehen deutlich länger leben als Männer, werden über 95 % dieser Transfers an Frauen gehen, erklärt Alvina Lo, Chefstrategin bei Wilmington Trust:

„Wenn wir über ‚Next Gen‘ sprechen, meinen wir nicht nur die jüngere Generation. Oft ist es die Ehefrau.“

Das bedeutet: Viele Kinder müssen lange auf ihr Erbe warten – wenn es überhaupt kommt.

„Selbst wenn deine Eltern wohlhabend sind, wirst du vermutlich erst etwas erben, wenn du selbst kurz vor dem Ruhestand stehst“, so Cerulli-Analyst Chayce Horton.

Tatsächlich liegt das durchschnittliche Erbschaftsalter in den USA laut einer Studie der Wharton School bei 56 bis 65 Jahren – und viele Amerikaner erben überhaupt nichts.

Finanzwissen in Ehen oft ungleich verteilt

Der massive Vermögenstransfer hat aber nicht nur langfristige gesellschaftliche Implikationen, sondern wirft auch Fragen auf, wie gut Frauen auf den Umgang mit großen Geldsummen vorbereitet sind.

Zwar gaben 2023 laut einer Allianz-Umfrage 43 % der verheirateten Frauen an, in ihrer Beziehung die „Chief Financial Officer“-Rolle zu übernehmen – ein Anstieg gegenüber 34 % im Jahr 2021. Doch insbesondere in älteren Ehegenerationen verwalten oft Männer die Finanzen.

„Wenn der Berater nur mit dem Ehemann spricht, sollte man sich einen neuen Berater suchen“, warnt die Nachlassanwältin Candace Dellacona.
„Frauen verdienen es, ernst genommen zu werden – denn sie sind später diejenigen, die Verantwortung übernehmen.“

Fünf Tipps zur Vorbereitung auf den Erbfall

Finanzexperten raten Ehepaaren dringend dazu, sich gemeinsam auf das Thema Erbe und Vermögensverwaltung vorzubereiten. Hier sind einige praktische Empfehlungen:

  1. Gemeinsame Nachlassplanung:
    Jedes Paar sollte ein Testament oder einen Trust anlegen, um Klarheit über die Verteilung von Vermögenswerten zu schaffen.

  2. Benennung von Begünstigten:
    Bei Versicherungen oder Investmentkonten ist es entscheidend, frühzeitig und gemeinsam Begünstigte zu bestimmen.

  3. Transparenz im Alltag:
    Ein gemeinsames Dokument mit Passwörtern, Kontoinformationen und Verträgen hilft im Todesfall, schnell die Übersicht zu behalten.

  4. Doppelte Kontozugänge:
    Beide Ehepartner sollten als Mitinhaber auf allen wichtigen Konten geführt werden – auch bei Strom, Miete oder Streamingdiensten.

  5. Planung der Pflegekosten:
    Laut Boston College werden über 80 % der Amerikaner*innen im Alter langfristige Pflege benötigen. Frauen – besonders verwitwete – sind davon überdurchschnittlich betroffen.

„Frauen leben länger und brauchen öfter Pflege – das muss in die Finanzplanung einbezogen werden“, so Anqi Chen vom Center for Retirement Research.

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