CNN-Moderator Jake Tapper hat sich in einem Interview mit Megyn Kelly öffentlich bei Lara Trump, der Schwiegertochter von Ex-Präsident Donald Trump, entschuldigt. Der Anlass: Tappers Entscheidung, ein Interview im Jahr 2020 vorzeitig zu beenden, nachdem Lara Trump öffentlich Zweifel an der geistigen Fitness von Joe Biden geäußert hatte.
In Kellys Podcast „The Megyn Kelly Show“, in dem Tapper aktuell sein neues Buch Original Sin vorstellt, sagte der CNN-Journalist:
„Sie hat etwas gesehen, das ich zu dem Zeitpunkt nicht gesehen habe. Hundertprozentig.“
Hintergrund: Das Interview 2020 und Bidens Stottern
Der Vorfall geht zurück auf ein CNN-Interview im Oktober 2020 – wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl. Lara Trump hatte bei einer „Women for Trump“-Kampagnenveranstaltung gesagt:
„Jedes Mal, wenn er (Biden) auf die Bühne kommt, denke ich: Joe, schaffst du es? Bring die Worte raus.“
Tapper kritisierte die Bemerkung scharf und fragte:
„Wie fühlen sich wohl Kinder mit Sprachstörungen, wenn sie so etwas hören?“
Trump erklärte, sie habe nicht gewusst, dass Biden an einem Stotterleiden leide – eine seit Jahren bekannte Tatsache. Anschließend sagte sie:
„Was wir auf der Bühne sehen, ist ganz klar ein kognitiver Verfall.“
Daraufhin brach Tapper das Interview ab und erklärte, Lara Trump sei nicht qualifiziert, eine solche Diagnose zu stellen.
Entschuldigung nachträglich – Kritik von allen Seiten
Tappers Entschuldigung kommt inmitten der Promotour für sein Buch, das er gemeinsam mit Axios-Journalist Alex Thompson verfasst hat. Darin geht es unter anderem um Bidens geistige Fitness – ein Thema, das durch Bidens kürzlich diagnostizierten Prostatakrebs erneut in den Fokus gerückt ist.
Die Reaktionen auf Tappers Aussagen und das Buch fielen teils scharf aus:
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Naomi Biden, Bidens Enkelin, nannte das Buch auf X „politischen Schund für die professionelle Plauderkaste“.
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Jon Stewart kritisierte in seiner Sendung The Daily Show, dass CNN mit einem Buch „Neuigkeiten verkauft, die es längst hätte berichten sollen.“
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Keith Olbermann, früherer MSNBC-Moderator, warf Tapper und Co-Autor Thompson vor, sie seien Teil eines „Zugunglücks aus Selbstgerechtigkeit und Sensationslust“.
Politische Brisanz vor dem Wahljahr
Die Debatte über Joe Bidens geistige Gesundheit hat sich seit dem Wahlkampf 2020 kontinuierlich gehalten – nicht zuletzt wegen seines Alters. Doch mit Donald Trump, der im Januar erneut das Präsidentenamt übernahm, bleibt die Frage um geistige und körperliche Fitness politisch aufgeladen.
Tappers Entschuldigung an Lara Trump könnte als Versuch gewertet werden, sich journalistisch neu zu positionieren – oder als späte Einsicht in eine damals heikle Entscheidung.