Der Tod des dreijährigen Trigg Kiser, Sohn der bekannten US-Influencerin Emilie Kiser, hat nicht nur landesweit für Trauer gesorgt, sondern auch eine intensive Diskussion über die Grenzen der Privatsphäre im Influencer-Zeitalter ausgelöst.
Die Polizei bestätigte am 18. Mai, dass Trigg an den Folgen eines Beinahe-Ertrinkens in einem Pool gestorben ist. Der Vorfall ereignete sich bereits am 12. Mai im Garten eines Wohnhauses in Chandler, Arizona.
Tragödie vor der Öffentlichkeit – Spekulationen vor Bestätigung
Bereits Tage vor der offiziellen Bestätigung durch die Polizei kursierten in den sozialen Medien Gerüchte, dass es sich bei dem betroffenen Kind um Kiser’s Sohn handele. Grund dafür war ein Foto in einem lokalen Nachrichtenbericht, das das Haus zeigte, in dem der Notruf abgesetzt worden war. Einige Nutzer verglichen dieses Bild mit TikToks der Influencerin, auf denen ihr Wohnhaus zu sehen war, und zogen Rückschlüsse auf den tragischen Vorfall.
Obwohl Kiser ihre Adresse nie veröffentlicht hat, wurden Immobilienanzeigen mit ihren Videos abgeglichen, was die Spekulationen weiter anheizte.
Öffentlichkeit trotz Schweigen – Millionen nehmen Anteil
Kiser, die vor dem Unfall fast täglich Inhalte auf TikTok veröffentlichte, hat sich seit dem 12. Mai nicht mehr öffentlich geäußert. Dennoch stiegen die Followerzahlen und Videoaufrufe sprunghaft an – ihr letzter Beitrag wurde inzwischen über 36 Millionen Mal angesehen.
In den Kommentaren häufen sich Nachrichten der Anteilnahme:
„Wir sind hier, wenn du bereit bist. Wir lieben dich!“, schrieb ein Nutzer.
„Jeder Kommentar hier sollte ein Gebet sein“, so ein anderer.
Experten warnen: Nähe zu Influencern ist oft Illusion
Laut dem Medienforscher Prof. John Powers von der Quinnipiac University suggerieren Influencer*innen durch sogenannte parasoziale Beziehungen eine Nähe zu ihren Followern, die in Krisensituationen problematisch werden kann.
„Influencer zeigen ihre Wohnzimmer, Küchen, Gärten – ganz normale Dinge. Das schafft Vertrautheit. Aber es gibt einen Unterschied zwischen öffentlichem Leben und privatem Schmerz“, so Powers.
„Nur weil wir eingeladen sind, Teile ihres Lebens zu sehen, bedeutet das nicht, dass wir alles wissen oder ein Anrecht auf Informationen haben.“
Ermittlungen laufen weiter
Laut Polizei ist der genaue Hergang des Unfalls noch Gegenstand der Ermittlungen. Weitere Informationen sollen erst nach Abschluss veröffentlicht werden.
„Unsere Gedanken und unser tiefstes Mitgefühl gelten der Familie in dieser unvorstellbar schweren Zeit“, sagte eine Polizeisprecherin .