Aktenzeichen: 3 IN 155/25
Am 30. April 2025 um 13:00 Uhr hat das Amtsgericht Göppingen – Insolvenzgericht im Verfahren über das Vermögen der ESKA-Welt GmbH, Benzstraße 4, 73054 Eislingen, die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Die Gesellschaft wird vertreten durch die Geschäftsführer Oguzhan Karabulut und Yavuz Bülent Karabulut und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm unter HRB 733972 eingetragen.
Sofortige Maßnahmen zur Sicherung der Insolvenzmasse
Zur Verhinderung nachteiliger Veränderungen am Vermögen hat das Gericht auf Grundlage der §§ 21 und 22 InsO umfassende Maßnahmen getroffen:
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Der Schuldnerin wurde ein allgemeines Verfügungsverbot auferlegt – die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über ihr gesamtes Vermögen ist auf den vorläufigen Insolvenzverwalter Tobias Sorg, Ulm, übergegangen.
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Zwangsvollstreckungen, einschließlich Arrest und einstweiliger Verfügungen, werden untersagt bzw. eingestellt, soweit keine Immobilien betroffen sind.
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Der Verwalter ist ermächtigt, Bankguthaben, Forderungen und Außenstände einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen.
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Drittschuldner werden verpflichtet, ausschließlich an den vorläufigen Insolvenzverwalter zu leisten.
Weitergehende Befugnisse zur Aufklärung und Sicherung
Der vorläufige Insolvenzverwalter erhält zudem das Recht, Geschäftsräume zu betreten, Unterlagen einzusehen und Auskünfte einzuholen. Ziel ist es, die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Regelinsolvenzverfahrens zu prüfen – insbesondere, ob genügend Masse zur Deckung der Kosten vorhanden ist und ob Sanierungs- oder Fortführungsperspektiven bestehen.
Zivilklagen unterbrochen (§ 240 ZPO)
Der Beschluss hat darüber hinaus Auswirkungen auf alle anhängigen zivilrechtlichen Verfahren: Diese gelten gemäß § 240 ZPO als unterbrochen, was insbesondere für Gläubiger von Bedeutung ist.
Rechtsmittel möglich
Gegen den Beschluss kann sofortige Beschwerde innerhalb von zwei Wochen beim Amtsgericht Göppingen, Schlossplatz 1, 73033 Göppingen, eingelegt werden. Maßgeblich für den Fristbeginn ist die Verkündung, Zustellung oder öffentliche Bekanntmachung im Insolvenzportal.
Fazit: Konsequenter Eingriff in die Unternehmensführung – Insolvenzverfahren mit Substanz möglich
Der Fall ESKA-Welt GmbH zeigt: Anders als bei vielen masselosen Abweisungen im Jahr 2025 besteht hier offenbar noch eine wirtschaftliche Grundlage, die ein geregeltes Insolvenzverfahren erlaubt. Der bestellte Wirtschaftsjurist Tobias Sorg übernimmt nun die Verantwortung, das Unternehmen auf Sanierungsfähigkeit zu prüfen und Vermögenswerte zu sichern – ein zentraler Schritt zur möglichen Restrukturierung oder übertragenden Sanierung.