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Zwischen Flexibilität und Volatilität – Der WKR Vermögensbildungsfonds AMI schwächelt trotz aktiver Steuerung

geralt (CC0), Pixabay

Der WKR Vermögensbildungsfonds AMI der Ampega Investment GmbH verfolgt ein flexibles und offensiv ausgerichtetes Anlagekonzept mit Fokus auf Kapitalwachstum. Der aktuelle Jahresbericht für 2024 zeigt jedoch, dass das aktiv gesteuerte Portfolio nicht vor Verlusten gefeit ist – insbesondere in einem schwierigen Marktumfeld.

1. Anlagestrategie und Ausrichtung
Der Fonds ist ein vermögensverwaltender Mischfonds mit Mindestaktienquote von 25 %, die je nach Marktlage bis auf 100 % erhöht werden kann. Entsprechend schwankt die Investitionsquote stark:

März 2024: ~61 %

Juni 2024: ~55 %

September 2024: ~75 %

Jahresende: Liquiditätsquote ~18 %​

Der Fokus liegt vor allem auf mittelgroßen und kleinen deutschen Aktien. Rentenpapiere waren im Berichtszeitraum nicht enthalten – was in einem zinssensitiven Umfeld durchaus eine verpasste Chance darstellen kann.

2. Performance 2024
Die Wertentwicklung lag bei –1,52 %, bei einer Jahresvolatilität von 12,48 %​. Für einen Fonds mit überwiegender Aktienquote ist dies enttäuschend – besonders angesichts eines insgesamt positiven Marktumfelds für deutsche Standardwerte im Jahr 2024. Die hohe Volatilität signalisiert ein erhöhtes Risikoprofil, ohne dass dies durch eine entsprechende Mehrrendite belohnt wurde.

3. Portfoliostruktur
Zum Jahresende war das Fondsvermögen in Höhe von 19,57 Mio. EUR wie folgt aufgeteilt:

81,86 % in Aktien, davon über 76 % in deutsche Titel (v. a. Mid- und Small-Caps)

18,29 % in Bankguthaben

Keine Renten- oder Derivatepositionen

Top-Positionen: Aixtron, Nordex, SGL Carbon, Suess Microtec, Sartorius​

Die hohe Cashquote zum Jahresende spiegelt die defensive Haltung des Fondsmanagements wider – allerdings zulasten der Performance.

4. Ertragslage
Ordentlicher Nettoertrag: –7.752 EUR

Realisierte Verluste aus Verkäufen: –1,49 Mio. EUR

Gesamtjahresergebnis: –271.302 EUR

Anteilwert am 31.12.2024: 71,29 EUR (Vorjahr: 72,39 EUR)​

Der Fonds konnte Verluste aus Kursverkäufen nicht durch laufende Erträge kompensieren – auch weil die Dividenden und Zinseinnahmen (nur ~370.000 EUR) bei weitem nicht ausreichen.

5. Nachhaltigkeit & ESG
Es wird ein grundsätzlicher Nachhaltigkeitsfilter eingesetzt (z. B. Ausschluss kontroverser Waffen, UN Global Compact), aber der Fonds erfüllt nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Investitionen und ist kein Artikel-9-Fonds. ESG ist somit eher ein begleitendes Element als ein Steuerungskriterium​.

6. Kosten
Gesamtkostenquote (TER): 1,88 %

Keine Performance Fee​

Diese Kostenstruktur ist für einen aktiven Mischfonds nicht ungewöhnlich, angesichts der schwachen Performance aber kritisch zu sehen. Die Vermittlungsprovisionen belasten zusätzlich die Nettoerträge.

Fazit
Der WKR Vermögensbildungsfonds AMI bietet eine hohe Flexibilität und aktives Management, bleibt jedoch im Jahr 2024 unter seinen Möglichkeiten. Die negative Wertentwicklung, das schwankende Exposure und die Fokussierung auf Nebenwerte erhöhen das Risiko – ohne derzeit eine entsprechende Prämie zu liefern. Für risikobereite Anleger mit langfristigem Anlagehorizont mag der Fonds in Erholungsphasen wieder attraktiv werden, sicherheitsorientierte Investoren sollten jedoch vorsichtig sein.

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