Ein Streit zwischen Umweltschützern und Bergbauunternehmen um wertvolle Metalle am Meeresboden spitzt sich zu. Greenpeace könnte seinen Beobachterstatus bei der UN-Behörde International Seabed Authority (ISA) verlieren, nachdem Aktivisten eine Forschungsfahrt des Unternehmens The Metals Company im Pazifik gestört haben sollen. Greenpeace spricht von einer friedlichen Protestaktion zum Schutz eines intakten Ökosystems.
The Metals Company wirft Greenpeace „Wissenschaftsfeindlichkeit“ vor und betont, dass die Forschung von der ISA zur Einschätzung der Umweltfolgen angefordert wurde. Greenpeace kritisiert dagegen, das Unternehmen wolle mit dem Abbau beginnen, bevor verbindliche Regeln existieren.
Tiefseebergbau zielt auf polymetallische Knollen, die wichtige Rohstoffe wie Kupfer und Kobalt enthalten – entscheidend für Batterien in einer klimafreundlichen Wirtschaft. Umweltschützer warnen vor schweren Schäden an bislang wenig erforschten, einzigartigen Ökosystemen in Tiefen von 4.000 bis 6.000 Metern.
Einige Staaten, darunter Großbritannien, fordern ein Moratorium, bis mehr wissenschaftliche Daten vorliegen. Entscheidungen über die Regeln für den Tiefseebergbau sollen bis 2025 getroffen werden. Während die Industrie auf die Notwendigkeit der Metalle verweist, betont Greenpeace: „Tiefseebergbau ist keine Klimaschutzlösung.“