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Thema: P2P-Investments bei Maclear – Hohe Zinsen, aber auch erhebliche Risiken

Tumisu (CC0), Pixabay

Redaktion: Herr Reime, Plattformen wie Maclear werben mit sehr hohen Zinssätzen von bis zu 14,9 % p.a. für Peer-to-Peer-Investments. Wie bewerten Sie solche Angebote rechtlich?

Jens Reime: Auf den ersten Blick wirken diese Zinssätze natürlich extrem attraktiv. Aber rechtlich und wirtschaftlich gesehen sollte jeder Anleger wissen: P2P-Investitionen, wie sie Maclear anbietet, gehören zu den hochriskanten Anlageformen. Es besteht immer das Risiko eines Totalverlusts des eingesetzten Kapitals – trotz werbewirksamer Hinweise auf Sicherheitsmechanismen wie Rückstellungsfonds.

Redaktion: Maclear betont, dass es bei Zahlungsausfällen innerhalb von drei Tagen die Zinszahlungen aus einem sogenannten „Provision Fund“ übernimmt. Macht das die Anlage sicherer?

Jens Reime: Der Rückstellungsfonds kann im Einzelfall Zahlungsverzögerungen überbrücken. Er garantiert aber keinesfalls die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals oder der Zinsen im Insolvenzfall eines Kreditnehmers. Sollte der Fonds erschöpft sein oder sollten größere Kreditausfälle auftreten, sind die Anleger unmittelbar vom Verlust betroffen. Es gibt keine Einlagensicherung oder staatlichen Schutz wie bei Bankguthaben.

Redaktion: Die Plattform verweist auf die Regulierung in der Schweiz durch die PolyReg SRO. Bedeutet das zusätzliche Sicherheit?

Jens Reime: PolyReg ist ein Selbstregulierungsorgan in der Schweiz, das die Einhaltung bestimmter Regeln überwacht, insbesondere im Bereich Geldwäscheprävention (AML). Diese Regulierung ist jedoch kein Schutzschild für Anleger. Sie betrifft nicht die wirtschaftliche Solidität der Investments oder eine Garantie auf Rückzahlung. Die Risiken der einzelnen Kredite bleiben voll beim Anleger.

Redaktion: Viele Projekte zeigen hohe Finanzierungsquoten und gute „Scoring“-Bewertungen. Können sich Anleger darauf verlassen?

Jens Reime: Diese internen Ratings und Finanzierungsquoten sollten Anleger als Information betrachten, nicht als Sicherheit. Auch hoch bewertete Projekte können scheitern. Gerade bei sehr hohen Renditen von fast 15 % ist klar: Hier spiegeln die Zinsen auch ein entsprechend hohes Risiko wider. Anleger sollten sehr kritisch prüfen und sich bewusst sein, dass solche Angebote in der Regel riskanter sind als klassische Anlageformen.

Redaktion: Was raten Sie Kleinanlegern, die über Plattformen wie Maclear investieren möchten?

Jens Reime: Investieren Sie nur Beträge, deren vollständigen Verlust Sie verkraften können. Verlassen Sie sich nicht allein auf Versprechen von Rückstellungsfonds oder Bonussystemen. Eine breite Diversifikation über verschiedene Anlageklassen ist entscheidend. Und holen Sie sich im Zweifel vorab eine unabhängige Beratung ein – besonders wenn hohe Renditen versprochen werden, sollten Anleger sehr vorsichtig sein.

Redaktion: Herr Reime, vielen Dank für Ihre klaren und praxisnahen Einschätzungen!

Fazit:
P2P-Investments wie bei Maclear bieten hohe Renditechancen, gehören aber gleichzeitig zu den risikoreichsten Anlageformen – inklusive realer Gefahr eines Totalverlusts.

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