Analyse aus Anlegersicht:
1. Fondsstrategie und Ausrichtung:
Ziel des Fonds war ein attraktiver Wertzuwachs in Euro unter bewusster Inkaufnahme höherer Risiken.
Anlageschwerpunkt: deutsche Blue-Chip-Aktien (v.a. DAX), ergänzt um globale Investments.
Defensive Steuerung der Investitionsquote über ein 4-gliedriges Indikatorensystem (Realwirtschaft und technische Analyse).
Absicherung erfolgte primär über verkaufte DAX-Future-Kontrakte, durchschnittliche Aktienquote 2024: ca. 50 %.
Die Strategie wurde bewusst defensiv gehalten, um makroökonomische und geopolitische Risiken abzufedern.
2. Performance und Ergebnis 2024:
Wertentwicklung:
Anteilwert stieg um 4,8 % auf 46,83 EUR.
Vergleich: Der EuroStoxx50 legte im gleichen Zeitraum um 8,2 % zu – der Fonds blieb also hinter dem breiten Markt zurück.
Ergebnis des Geschäftsjahres:
Realisiertes Ergebnis: +44.653 EUR
Nicht realisierte Gewinne: +503.622 EUR
Gesamtergebnis: +637.839 EUR.
Quellen der Gewinne: Verkäufe von Zertifikaten; Verluste: Verkäufe von Indexfutures.
3. Vermögensstruktur:
Aktienanteil: 62,92 % – stark auf deutsche Standardwerte konzentriert (SAP, Siemens, Allianz, Deutsche Telekom, etc.).
Investmentfonds: 9,15 % (z.B. iShares-ETFs auf US-Biotechnologie, US-Banken, Lateinamerika und Japan).
Bankguthaben: 28,11 % – erhöhte Liquiditätsquote zum Jahresende wegen Fondsverschmelzung.
Keine strukturierten Produkte mehr im Bestand zum 31.12.2024.
4. Risikobetrachtung:
Volatilität: 4,7 % – moderat für einen Aktienfonds.
Maximaler Drawdown: -4,17 % (besser als der EuroStoxx50 mit -9,7 %).
Währungsrisiko: Gering (nur etwa 2 % USD-Exposure).
Zinsänderungsrisiko: Kein Thema, da nicht in festverzinsliche Wertpapiere investiert wurde.
Adressenausfall- und Liquiditätsrisiken: Gering durch breite Streuung und Fokus auf große Emittenten.
Operationelle Risiken: Effizient gemanagt, regelmäßige interne Revision.
5. Kostenstruktur:
Gesamtkostenquote (TER): 1,54 %.
Keine performanceabhängige Vergütung.
Transaktionskosten: sehr gering (4.018 EUR).
6. Besonderheiten und Ausblick:
Der Fonds AES Selekt A1 wurde zum Jahresende 2024 auf den WI Selekt C verschmolzen.
Hintergrund der Verschmelzung:
Größeres Fondsvolumen.
Breitere internationale Diversifikation.
Niedrigere Gesamtkostenquote für Anleger.
Die Fondsmanager bleiben unverändert, was Kontinuität sichert.
7. Prüfung:
Der Jahresbericht wurde von der KPMG AG uneingeschränkt testiert.
Keine Beanstandungen oder Auffälligkeiten.
Fazit für Anleger:
Der AES Selekt A1 zeigte 2024 eine solide, wenn auch leicht marktunterdurchschnittliche Performance. Die defensive Aufstellung erwies sich angesichts geopolitischer Risiken als sinnvoll, führte aber zu verpassten Chancen in starken Marktphasen. Die Fondsverschmelzung in den WI Selekt C ist positiv zu bewerten: Anleger profitieren künftig von einer breiteren Diversifikation, niedrigeren Kosten und einem erweiterten Anlageuniversum. Der Fonds war ideal für sicherheitsbewusste Anleger, die moderate Renditen bei begrenztem Risiko suchen.