Analyse aus Anlegersicht
Der Empureon Volatility One Fund, verwaltet von der Universal-Investment-Gesellschaft, verfolgt einen systematischen Volatilitätsstrategie-Ansatz, der durch den Verkauf von Put-Optionen auf den S&P 500 in Verbindung mit strukturierten Absicherungen Erträge aus Volatilitätsrisikoprämien generiert. Dabei wird auf ein basisgesichertes Portfolio mit hochqualitativen EUR-Staatsanleihen zurückgegriffen. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte der Fonds eine Performance von bis zu +8,91 % je nach Anteilklasse
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1. Strategie & Positionierung
Kernstrategie: Verkauf von aus dem Geld liegenden Put-Optionen auf den S&P 500
Absicherung: Langlaufende S&P 500-Puts und VIX-Calls als Tail-Risk-Hedge
Basisportfolio: EUR-denominierte Anleihen (Rating ≥ BBB), Floating Rate Notes und Geldmarktinstrumente
Systematischer, prognosefreier Ansatz: keine diskretionären Entscheidungen, sondern regelbasiertes Management
Fazit: Die Strategie zielt auf kontinuierliche Prämieneinnahmen bei begrenztem Verlustrisiko ab – ideal für Marktphasen mit niedriger bis moderater Volatilität.
2. Wertentwicklung 2024 (nach Anteilklassen)
Anteilklasse U (USD): +8,91 %
Anteilklasse F (EUR): +7,60 %
Anteilklasse I (EUR): +7,42 %
Anteilklasse R (EUR): +6,68 %
Anteilklasse SF/S (CHF): +4,97 % / +4,93 %
Kommentar: Die Fondsanteile in Fremdwährungen (USD, CHF) zeigen Differenzen aufgrund von Wechselkursentwicklungen und Hedging-Effekten.
3. Struktur & Vermögensverteilung
Fondsvolumen (Ende 2024): EUR 483,7 Mio. (Vorjahr: EUR 315,3 Mio.)
Rentenanteil: 93 % – Staatsanleihen, Länderanleihen, staatsnahe Institute
Derivate (Optionen, Volatilitätsinstrumente): -1,5 % netto
Fondsanteile (Geldmarktfonds): 6,5 %
Bankguthaben & Liquidität: ~2 %
Fazit: Sehr konservative Basisstruktur – das Hauptrisiko liegt im Optionsmanagement.
4. Ergebnisse & Risikosteuerung
Realisierte Gewinne aus Optionsverkäufen: EUR 8,05 Mio.
Realisierte Verluste: EUR -3,67 Mio.
Gesamtergebnis (netto): EUR 4,58 Mio.
Volatilitätsentwicklung:
H1: Sehr niedriger VIX (unter 14), stabile Prämien
H2: VIX-Schock im August (kurzzeitig >65) → erhöhte Prämien, aber auch Verlustgefahr (abgefedert durch Long-Puts)
Kommentar: Die systematische Absicherung durch VIX-Calls und Tail-Hedges hat bei stark steigender Volatilität Verluste begrenzt.
5. Risiken & Einschätzung
Risiken:
Optionsrisiko: Short-Puts in Stressphasen stark verlustanfällig (begrenzte Verlusthöhe durch Long-Puts)
Zinsrisiko: begrenzt durch kurze Laufzeiten im Rentenportfolio
Währungsrisiken bei Fremdwährungsanteilen
Komplexität der Optionsstrategien (nicht für alle Anleger verständlich)
Chancen:
Hohe Prämien bei steigender Volatilität
Defensive Basisstruktur reduziert systemische Risiken
6. Kosten & Ausschüttung
Verwaltungsvergütung (I-Tranche): EUR 667.557
Performance Fee: EUR 448.216
Gesamtkostenquote (geschätzt): ca. 1,2–1,5 %
Ausschüttung 2024: EUR 63.515 (Zwischenausschüttung)
7. Bewertung aus Anlegersicht
Geeignet für Anleger, die:
ein alternatives Renditemodell zur klassischen Aktien-/Rentenallokation suchen
systematisch gesteuerte, volatilitätsbasierte Ertragsstrategien bevorzugen
keine hohen Ausschüttungen erwarten, sondern wertorientierte Reinvestition
Weniger geeignet für:
konservative Privatanleger ohne Derivateverständnis
ESG-orientierte Investoren (kein Nachhaltigkeitsfokus)
kurzfristig orientierte Anleger mit hoher Liquiditätsanforderung
Fazit:
Der Empureon Volatility One Fund ist ein technisch anspruchsvoller Volatilitätsfonds, der in ruhigen wie in nervösen Marktphasen Erträge generieren kann. Die Kombination aus regelbasiertem Prämienverkauf und systematischer Absicherung macht ihn zu einer interessanten Alternative zu reinen Rentenstrategien, allerdings mit speziellem Risikoprofil. Für professionelle oder fortgeschrittene Anleger mit Verständnis für Optionsmärkte stellt der Fonds eine wertvolle Beimischung im Portfolio dar – mit attraktiver Risiko-Rendite-Relation.