Start Verbraucherschutz Gold aus dem Regenwald!? Und was Karatbars damit zu tun hat…

Gold aus dem Regenwald!? Und was Karatbars damit zu tun hat…

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Mhy (CC0), Pixabay

Scheinbar völlig stolz und ohne Unrechtsbewusstsein bewirbt Josip Heit „sein Bergbaugeschäft [in] Südamerika“. „Insbesondere nach Brasilien in die Amazonasregion, wo er mit seinem lokalen Partner „Gauchin“ seine zweite Edelmetallmine eröffnet und dort eine direkte Tochtergesellschaft der „GSB“ betreibt, namens: „GSB Gold Standard Operations“.

Diesen Text finden Sie als Werbung in diversen Online-Medien, darunter im „Tagesspiegel“, der „Braunschweiger Zeitung“, der „Süddeutschen Zeitung“ und der „Berliner Morgenpost“.

Seine erste Mine habe Heit angeblich in Madagaskar eröffnet, die zweite, wie geschrieben, in Brasilien. Gerade die Amazonasregion leidet extrem unter den Umweltschäden, die durch den Abbau von Edelmetallen stammen, wie die „Zeit“ eindrucksvoll in Fotos vor einigen Jahren zeigte. Die meisten Minen sind zudem noch illegal. Und selbst wenn es eine legal erworbene Konzession gibt, so ist der Erwerb oft mit Schmiergeldern verbunden. Ob Heit hier ein legales oder illegales Bergwerk betreibt, spielt aber letztlich nur eine untergeordnete Rolle, da dafür auf jeden Fall das Amazonasgebiet in Mitleidenschaft gezogen wird!

Allerdings ist noch nicht einmal klar, ob die von Heit gemachten Angaben zutreffen, denn von der Existenz der Mine liegen uns keinerlei Beweise vor. So ist weder der lokale Partner „Gauchin“ aufzufinden, noch taucht die benannte Firma abgesehen von den Werbeartikeln irgendwo auf. Das einzige, was wir mit Sicherheit sagen können, ist, dass Heit in enger Verbindung zu Harald Seiz und seinem Unternehmen Karatbars steht, über die wir auch schon häufiger berichtet haben. Laut dem Werbeschreiben sei es vor allem der „Chairman of the Board“ Heit gewesen, der Seiz auf den Gedanken mit der Blockchain und der goldbesicherten Kryptowährung „KaratGold Coin“ gebracht habe. Letztlich handelten sie sich eine Rückabwicklungsanordnung der BaFin und Ermittlungen der Aufsichtsbehörde in Florida ein. Und ob Heit jemals Gold geliefert hat, ist auch unklar.

„Neben allen geschäftlichen Erfolgen“, so heißt es am Ende des Werbeschreibens, „nimmt Heit sich kontinuierlich Zeit, um humanitäre, kulturelle, wissenschaftliche und umweltbezogen, Bildungs- und Sportprojekte zu unterstützen.“ Stattdessen sollte er sich erst einmal um seine Geschäfte kümmern und die fehlenden Bilanzen nachliefern. Das gleiche gilt übrigens noch immer auch für Karatbars.

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