Die Planet energy Windpark Tomerdingen GmbH & Co. KG musste im Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Rückschlag hinnehmen. Ursache waren vor allem ein außergewöhnlich windschwaches Jahr sowie technische Probleme an den Windenergieanlagen. Trotz einer weiterhin soliden Bilanz und hoher Liquiditätsreserven rutschte die Gesellschaft erneut in die Verlustzone. Der Jahresabschluss zeigt jedoch auch, dass die Finanzierung weiterhin stabil ist und nach Einschätzung der Geschäftsführung keine bestandsgefährdenden Risiken bestehen.
Die Stromproduktion blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt erzeugte der Windpark 11,04 Millionen Kilowattstunden Strom und verfehlte die Planung damit um rund 29 Prozent. Gleichzeitig lag die technische Verfügbarkeit der Anlagen mit lediglich 88,47 Prozent erheblich unter dem vertraglich vorgesehenen Zielwert von 97 Prozent. Verantwortlich waren insbesondere wiederkehrende Störungen an den Hauptumrichtern sowie ein Ausfall der Übergabestation im September. Diese Kombination aus schwachem Windaufkommen und technischen Problemen belastete das Geschäftsjahr erheblich.
Die Umsatzerlöse gingen infolgedessen auf 1,10 Millionen Euro zurück und lagen sowohl acht Prozent unter dem Vorjahreswert als auch rund 24 Prozent unter den ursprünglichen Planungen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf knapp 1,13 Millionen Euro, sodass die Gesellschaft einen handelsrechtlichen Jahresfehlbetrag von 91.367 Euro ausweisen musste. Immerhin fiel das Ergebnis etwas besser aus als im Vorjahr und entsprach nahezu der eigenen Prognose.
Auch die Bilanzsumme verringerte sich von 6,45 Millionen Euro auf 5,44 Millionen Euro. Das Anlagevermögen sank aufgrund der planmäßigen Abschreibungen auf 3,17 Millionen Euro, nachdem allein im Berichtsjahr Abschreibungen von über 838.000 Euro vorgenommen wurden. Gleichzeitig reduzierte sich das Genussrechtskapital durch planmäßige Rückzahlungen auf 3,53 Millionen Euro. Positiv entwickelte sich dagegen die Verschuldung gegenüber Banken: Die Darlehen wurden von rund 2,48 Millionen Euro auf 1,72 Millionen Euro zurückgeführt.
Die Liquiditätslage bleibt dennoch komfortabel. Zum Jahresende verfügte die Gesellschaft über Bankguthaben von rund 2,15 Millionen Euro. Davon unterliegen allerdings rund 1,54 Millionen Euro als Liquiditätsreserve vertraglichen Verfügungsbeschränkungen. Nach Angaben der Geschäftsführung war die Zahlungsfähigkeit während des gesamten Geschäftsjahres jederzeit gewährleistet.
Für das Jahr 2026 rechnet die Geschäftsführung wieder mit einer deutlich höheren Stromproduktion zwischen 13,5 und 16,5 Millionen Kilowattstunden. Die erwarteten Umsatzerlöse liegen zwischen 1,30 und 1,59 Millionen Euro. Dennoch wird weiterhin mit einem Jahresverlust zwischen 82.000 und 100.000 Euro gerechnet. Ausschlaggebend bleiben vor allem die Wetterentwicklung sowie die technische Verfügbarkeit der Anlagen. Positiv wirkt weiterhin die gesetzlich abgesicherte EEG-Vergütung, die bis Ende 2033 eine stabile Erlösbasis bietet.
Als wesentliche Risiken nennt die Gesellschaft wetterbedingte Ertragsschwankungen, ungeplante technische Ausfälle sowie mögliche Abschaltungen des Windparks durch Netz- oder Marktmaßnahmen. Zur Absicherung bestehen umfangreiche Wartungsverträge, Versicherungen sowie Liquiditätsreserven. Chancen ergeben sich insbesondere aus windstärkeren Jahren, einer höheren technischen Verfügbarkeit und möglichen Zusatzerlösen durch steigende Strompreise. Auch die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten werden beobachtet. Zwar könnten dadurch Betriebs- und Ersatzteilkosten steigen, die Geschäftsführung sieht derzeit jedoch keine Gefährdung der Unternehmensfortführung.
Insgesamt fällt die Bewertung des Geschäftsjahres gemischt aus. Operativ verlief 2025 deutlich schwächer als erwartet, was vor allem auf äußere Einflüsse und technische Probleme zurückzuführen ist. Gleichzeitig verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine solide Finanzstruktur, baut ihre Bankverbindlichkeiten konsequent ab und besitzt ausreichende Liquiditätsreserven. Sollte sich das Windaufkommen im Jahr 2026 normalisieren und die technischen Probleme nachhaltig behoben werden, bestehen gute Chancen auf eine deutliche operative Verbesserung – auch wenn kurzfristig weiterhin mit einem negativen Jahresergebnis gerechnet wird.