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Windpark Brottewitz: Millionen-Schulden sinken – Eigenkapital dreht wieder ins Plus

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Der neue Jahresabschluss der Windpark Brottewitz GmbH & Co. KG zeigt für 2025 eine bemerkenswerte Entwicklung: Die Gesellschaft bleibt mit 18,7 Millionen Euro Verbindlichkeiten hoch fremdfinanziert, hat ihre Bankschulden jedoch deutlich reduziert. Gleichzeitig hat sich die zuvor negative Eigenkapitalsituation wesentlich verbessert.

Die Bilanzsumme sank von 19,90 Millionen Euro auf 18,94 Millionen Euro. Das Unternehmen bilanziert technische Anlagen mit einem Buchwert von rund 15,79 Millionen Euro sowie Beteiligungen von 345.000 Euro.

Mehr als eine Million Euro Bankkredite zurückgeführt

Besonders interessant ist die Entwicklung der Finanzierung.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gingen innerhalb eines Jahres von 16,90 Millionen Euro auf 15,63 Millionen Euro zurück. Damit wurden rechnerisch rund 1,26 Millionen Euro Bankschulden abgebaut.

Trotzdem bleibt die Fremdfinanzierung erheblich: Von den Bankverbindlichkeiten haben 14,37 Millionen Euro eine Laufzeit von mehr als einem Jahr, davon wiederum rund 9,32 Millionen Euro mehr als fünf Jahre. Die gesamten Bankverbindlichkeiten sind besichert.

Als Sicherheiten dienen unter anderem die technischen Anlagen des Windparks, Konten sowie Forderungen und Ansprüche aus dem operativen Geschäft.

Eigenkapital: aus null werden 57.437 Euro

Eine zweite auffällige Veränderung findet sich beim Eigenkapital.

Ende 2024 wurden 0 Euro Eigenkapital ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2025 stehen dagegen 57.437,33 Euro in der Bilanz.

Noch deutlicher wird die Entwicklung beim variablen Kommanditkapital. Dieses verbesserte sich von minus 391.847,36 Euro auf plus 55.054,29 Euro. Die kumulierten Verluste reduzierten sich von 691.847,36 Euro auf 242.562,67 Euro.

Damit hat sich die bilanzielle Situation der Kommanditisten innerhalb eines Jahres erheblich verändert.

Allerdings gibt es weiterhin einen kleinen nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Betrag von 1.383,04 Euro. Laut Abschluss resultiert dieser nun aus Entnahmen der Kommanditisten.

Gleichzeitig springen Lieferantenverbindlichkeiten nach oben

Nicht alle Positionen entwickeln sich in Richtung Schuldenabbau.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen von lediglich 85.677,95 Euro auf 465.787,69 Euro – sie haben sich damit mehr als verfünffacht.

Davon entfallen 356.418,89 Euro auf verbundene Unternehmen.

Zusätzlich bestehen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von rund 2,60 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es rund 2,52 Millionen Euro.

Insgesamt reduzierten sich die Verbindlichkeiten dennoch von 19,57 Millionen auf 18,72 Millionen Euro.

Eine Million Euro auf dem Bankkonto

Positiv fällt auch die Liquidität auf.

Die Bankguthaben erhöhten sich von rund 859.882 Euro auf 1,049 Millionen Euro. Gleichzeitig stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von rund 271.179 Euro auf 307.870 Euro.

Damit verfügt die Gesellschaft zum Bilanzstichtag über einen deutlich höheren Liquiditätspuffer als ein Jahr zuvor.

Rückbau der Windräder wird bereits bilanziell berücksichtigt

Bei Windparks spielt außerdem die spätere Verpflichtung zum Rückbau der Anlagen eine wichtige Rolle.

Für den Rückbau wurden Rückstellungen von rund 104.000 Euro gebildet, gegenüber 59.000 Euro im Vorjahr. Weitere Rückstellungen betreffen unter anderem Geschäftsbesorgung, Vestas-Wartungsverträge und Abschlussprüfungskosten.

Zusätzlich hat die DKB Rückbaubürgschaften über insgesamt 422.000 Euro gestellt. Laut Jahresabschluss liegen derzeit keine Anzeichen dafür vor, dass die Gesellschaft ihren entsprechenden Verpflichtungen nicht nachkommen könnte.

Interessant für Anleger: 6,5 Prozent der Einspeiseerlöse sind bereits gebunden

Eine weitere Zahl verdient Aufmerksamkeit: Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen der Gesellschaft betragen jährlich 6,5 Prozent der Einspeiseerlöse.

Der Jahresabschluss nennt an dieser Stelle allerdings nicht die absolute Höhe dieser Zahlungen.

Commerz-Real-Manager in der Geschäftsführung

Persönlich haftender Gesellschafter ohne Kapitaleinlage ist die GRABINO Infrastruktur Verwaltungsgesellschaft mbH. Für diese werden Felicitas Schrom und Axel Seider als Mitglieder der Geschäftsführung genannt. Beide werden im Abschluss mit Funktionen im Umfeld von Commerz Real aufgeführt.

Eigenes Personal beschäftigt der Windpark nicht. Die Geschäftsbesorgung übernimmt entgeltlich die ACARLUX S.a.r.l. aus Luxemburg.

Interessant ist außerdem eine organisatorische Veränderung: Im November 2025 wurde beschlossen, den Sitz der Gesellschaft zum 1. Januar 2026 von Grünwald nach Düsseldorf zu verlegen. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses stand die entsprechende Registereintragung noch aus.

Der entscheidende Punkt

Der Abschluss zeigt damit zwei Seiten derselben Entwicklung.

Auf der einen Seite stehen noch immer 18,72 Millionen Euro Verbindlichkeiten bei einer Bilanzsumme von 18,94 Millionen Euro. Die Gesellschaft ist damit weiterhin stark fremdfinanziert.

Auf der anderen Seite wurden innerhalb nur eines Jahres rund 1,26 Millionen Euro Bankkredite zurückgeführt, die Bankliquidität stieg auf mehr als eine Million Euro und die Eigenkapitalposition verbesserte sich deutlich.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des Kommanditkapitals: Aus dem negativen variablen Kapital von fast 392.000 Euro Ende 2024 wurden Ende 2025 positive 55.000 Euro.

Fazit: Der Windpark Brottewitz bleibt ein hoch fremdfinanziertes Sachwertinvestment. Der Jahresabschluss 2025 liefert jedoch klare Hinweise auf einen fortschreitenden Schuldenabbau und eine deutlich verbesserte Kapitalposition. Für eine vollständige wirtschaftliche Bewertung fehlt in der Veröffentlichung allerdings eine entscheidende Information: Wie hoch waren 2025 Stromerlöse, operatives Ergebnis und tatsächlich an die Anleger ausgeschüttete Beträge? Aus den vorliegenden Bilanz- und Anhangangaben lässt sich das nicht zuverlässig bestimmen.

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