Beim Windpark Soderwald GmbH & Co. KG aus Villmar-Weyer zeigt der jetzt veröffentlichte Jahresabschluss 2025 eine interessante Entwicklung: Die Bilanzsumme geht zurück, gleichzeitig sinken die Verbindlichkeiten kräftig und das Eigenkapital wächst.
Zum 31. Dezember 2025 weist die Gesellschaft eine Bilanzsumme von 10,94 Millionen Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 11,83 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund 893.000 Euro.
Fast eine Million Euro weniger Verbindlichkeiten
Besonders ins Auge fällt die Entwicklung auf der Passivseite. Die Verbindlichkeiten gingen von 8,39 Millionen Euro auf 7,41 Millionen Euro zurück.
Damit wurden innerhalb eines Jahres bilanziell rund 978.000 Euro Verbindlichkeiten abgebaut – ein Rückgang von knapp zwölf Prozent.
Noch deutlicher ist die Entwicklung bei den kurzfristigen Verpflichtungen: Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von höchstens einem Jahr reduzierten sich von 228.847 Euro auf nur noch 65.604 Euro.
Der weitaus größte Teil der Schulden bleibt allerdings langfristig. 7,35 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Diese Verbindlichkeiten sind laut Anhang durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert.
Eigenkapital entwickelt sich in die andere Richtung
Während die Schulden sinken, steigt das Eigenkapital. Die Kapitalanteile der Kommanditisten erhöhten sich von 3,44 Millionen Euro auf 3,52 Millionen Euro.
Das entspricht einem Plus von rund 87.800 Euro.
Damit verbessert sich auch die rechnerische Eigenkapitalquote. Sie steigt von etwa 29 Prozent im Jahr 2024 auf gut 32 Prozent Ende 2025.
Für die Betrachtung eines langfristig finanzierten Sachwertprojekts ist diese Entwicklung interessant: Ein größerer Teil der Bilanz wird inzwischen durch Eigenkapital getragen.
Windpark selbst verliert bilanziell an Wert
Auf der Aktivseite dominiert erwartungsgemäß das Sachanlagevermögen. Ende 2025 standen hier noch 9,66 Millionen Euro in der Bilanz. Ein Jahr zuvor waren es 10,46 Millionen Euro.
Der Rückgang um rund 793.000 Euro dürfte insbesondere mit den im Anhang genannten planmäßigen Abschreibungen zusammenhängen. Die Anlagen werden über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben.
Das bedeutet nicht automatisch, dass der Windpark wirtschaftlich im gleichen Umfang an Marktwert verloren hat. Es handelt sich zunächst um die bilanzielle Entwicklung des Sachanlagevermögens.
Liquidität sinkt deutlich
Ein weiterer Wert verdient Aufmerksamkeit: Die liquiden Mittel gingen von 1,02 Millionen Euro auf rund 777.000 Euro zurück.
Gleichzeitig erhöhten sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von rund 267.000 Euro auf 412.000 Euro.
Der Windpark verfügte zum Jahresende damit weiterhin über einen erheblichen Bankbestand, allerdings rund 242.000 Euro weniger als ein Jahr zuvor.
Keine Schulden gegenüber Gesellschaftern
Bemerkenswert ist außerdem, dass zum Bilanzstichtag keine Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestanden. Auch Forderungen gegenüber Gesellschaftern werden mit null Euro angegeben.
Nicht bilanzierte Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB bestanden laut Jahresabschluss ebenfalls nicht.
Sachwert Windkraft: Entschuldung wird sichtbar
Gerade bei Windparks ist der Blick auf ein einzelnes Geschäftsjahr nur begrenzt aussagekräftig. Solche Projekte sind typischerweise langfristig angelegt und werden über viele Jahre abgeschrieben und finanziert.
Beim Windpark Soderwald ist für 2025 dennoch eine klare Bewegung erkennbar: Das Sachanlagevermögen sinkt durch die laufende Abschreibung, gleichzeitig werden erhebliche Verbindlichkeiten zurückgeführt und das Eigenkapital steigt.
Von ursprünglich 8,39 Millionen Euro Verbindlichkeiten Ende 2024 waren zwölf Monate später noch 7,41 Millionen Euro vorhanden. Setzt sich dieser Schuldenabbau fort, könnte sich die Finanzierungsstruktur des Windparks in den kommenden Jahren weiter verändern.
Geschäftsführer der persönlich haftenden Gesellschafterin ist Carlos Merz. Der Jahresabschluss wurde von der Gesellschafterversammlung am 8. Juli 2026 festgestellt und am 24. August 2026 veröffentlicht.