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Windpark Neu Kosenow: Negatives Eigenkapital wächst auf 1,84 Millionen Euro

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die Windpark Neu Kosenow GmbH & Co. OHG mit Sitz in Potsdam hat das Geschäftsjahr 2025 mit einer Bilanzsumme von 4,65 Millionen Euro abgeschlossen. Im Vorjahr waren es noch 5,61 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 17 Prozent.

Auffällig ist vor allem die Eigenkapitalsituation. Die Kapitalanteile der persönlich haftenden Gesellschafter werden mit minus 1,84 Millionen Euro ausgewiesen. Ende 2024 hatte der negative Betrag bei 1,69 Millionen Euro gelegen.

Damit hat sich die bilanzielle Unterdeckung innerhalb eines Jahres um rund 148.000 Euro vergrößert.

Anlagevermögen fällt unter eine Million Euro

Das Sachanlagevermögen verringerte sich von 1,00 Millionen auf 702.221 Euro. Das entspricht einem Rückgang von knapp 30 Prozent.

Da im Anhang keine Zugänge oder Abgänge erläutert werden, lässt sich aus dem Abschluss nicht abschließend feststellen, wodurch der Rückgang verursacht wurde. Die Gesellschaft schreibt ihre Sachanlagen planmäßig linear über die jeweilige Nutzungsdauer ab.

Der vergleichsweise niedrige verbliebene Buchwert deutet jedenfalls darauf hin, dass ein erheblicher Teil der ursprünglich bilanzierten Anlagen bereits abgeschrieben ist.

Auch Umlaufvermögen geht deutlich zurück

Noch stärker macht sich der Rückgang beim kurzfristig verfügbaren Vermögen bemerkbar. Das Umlaufvermögen sank von 2,51 Millionen auf 1,72 Millionen Euro.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen dabei von 2,01 Millionen auf 1,59 Millionen Euro zurück.

Besonders deutlich fiel der Rückgang der Bankguthaben aus. Ende 2024 verfügte die Gesellschaft noch über liquide Mittel von 496.117 Euro. Ein Jahr später waren es nur noch 134.444 Euro.

Damit verringerte sich die ausgewiesene Liquidität um rund 362.000 Euro beziehungsweise 73 Prozent.

Negatives Eigenkapital verschärft sich

Die auffälligste Kennzahl des Abschlusses bleibt jedoch die Eigenkapitalsituation.

Der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil der persönlich haftenden Gesellschafter erhöhte sich von 1.689.567 auf 1.837.906 Euro. Derselbe negative Betrag wird auf der Passivseite bei den Kapitalanteilen ausgewiesen.

Die Gesellschaft weist damit bilanziell kein positives Eigenkapital mehr aus.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass das Unternehmen zahlungsunfähig ist. Entscheidend sind dafür unter anderem Liquidität, Zahlungsströme, Fälligkeiten und Finanzierungsmöglichkeiten. Der Jahresabschluss wurde zudem ausdrücklich unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Eine nähere Erläuterung dazu, wie die Gesellschaft ihre Finanzierung langfristig sicherstellt, enthält der veröffentlichte Anhang nicht.

Verbindlichkeiten deutlich reduziert

Auf der anderen Seite hat Windpark Neu Kosenow seine bilanziellen Verpflichtungen spürbar zurückgeführt.

Die Verbindlichkeiten sanken von 1,97 Millionen Euro auf 1,45 Millionen Euro. Das entspricht einer Reduzierung um gut 512.000 Euro beziehungsweise rund 26 Prozent.

Sämtliche zum Jahresende ausgewiesenen Verbindlichkeiten haben laut Anhang eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.

Auch die Rückstellungen gingen erheblich zurück: von 371.972 Euro auf 105.629 Euro.

Damit wurden Verbindlichkeiten und Rückstellungen zusammengenommen innerhalb eines Jahres um rund 778.000 Euro reduziert.

Hoher passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Eine Besonderheit der Bilanz ist der außergewöhnlich hohe passive Rechnungsabgrenzungsposten.

Er beträgt Ende 2025 noch 3,09 Millionen Euro, nach 3,28 Millionen Euro im Vorjahr. Damit entspricht diese einzelne Bilanzposition rund zwei Dritteln der gesamten Bilanzsumme.

Ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten entsteht grundsätzlich bei bereits vereinnahmten Beträgen, die wirtschaftlich Erträge späterer Perioden betreffen.

Welche konkreten Zahlungen hinter den mehr als drei Millionen Euro bei Windpark Neu Kosenow stehen, wird im vorliegenden Anhang allerdings nicht erläutert. Für die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage wäre gerade diese Information von Interesse.

Auf der Aktivseite besteht ebenfalls ein Rechnungsabgrenzungsposten von 382.501 Euro, nach 415.900 Euro im Vorjahr.

Keine Arbeitnehmer und keine Haftungsverhältnisse

Eigenes Personal beschäftigt die Gesellschaft nicht. Sowohl 2025 als auch im Vorjahr lag die Zahl der Arbeitnehmer bei null.

Zum Bilanzstichtag bestanden nach Angaben des Unternehmens zudem keine Haftungsverhältnisse im Sinne der entsprechenden HGB-Vorschriften.

Vertreten wird die Gesellschaft über die Märkische Windkraft 74 GmbH & Co. KG und wiederum die Nortada GmbH. Als Geschäftsführer werden Heiner Röger und Ramona Thamm genannt.

Der Jahresabschluss wurde am 15. Mai 2026 festgestellt.

Entscheidend wird die weitere Ertragskraft

Die Bilanz von Windpark Neu Kosenow vermittelt damit ein gemischtes Bild. Positiv ist, dass Verbindlichkeiten und Rückstellungen erheblich zurückgeführt wurden. Gleichzeitig ist die Liquiditätsreserve deutlich kleiner geworden.

Vor allem aber hat sich der negative Kapitalanteil weiter erhöht. Mit 1,84 Millionen Euro erreicht der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil inzwischen eine beträchtliche Größenordnung.

Hinzu kommt der fortschreitende Rückgang des Sachanlagevermögens. Von gut einer Million Euro Ende 2024 verblieben Ende 2025 noch rund 702.000 Euro.

Für die wirtschaftliche Einschätzung fehlen allerdings entscheidende Informationen: Der veröffentlichte Abschluss enthält in den vorliegenden Daten keine Gewinn- und Verlustrechnung und damit insbesondere keine Angaben zu Umsätzen, Stromerlösen oder dem Jahresergebnis. Auch der Hintergrund des passiven Rechnungsabgrenzungspostens von mehr als drei Millionen Euro wird nicht näher erläutert.

Damit lässt sich aus der Bilanz zwar eine zunehmende Eigenkapitalunterdeckung erkennen – ob und wie der Windpark aus seinem laufenden Betrieb ausreichend Mittel erwirtschaftet, lässt sich anhand der veröffentlichten Angaben allein jedoch nicht beurteilen.

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