Die Windpark Rehain GmbH & Co. KG mit Sitz in Köln hat das Geschäftsjahr 2025 mit einer Bilanzsumme von rund 19,27 Millionen Euro abgeschlossen. Im Vorjahr waren es noch 21,43 Millionen Euro. Die Bilanzsumme sank damit um rund 2,16 Millionen Euro beziehungsweise gut zehn Prozent.
Der größte Teil des Vermögens entfällt weiterhin auf die technischen Anlagen. Deren Buchwert reduzierte sich von rund 18,91 Millionen Euro auf 17,24 Millionen Euro. Hinzu kamen im Vorjahr noch geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau in Höhe von 51.100 Euro, die 2025 nicht mehr ausgewiesen werden.
Die Gesellschaft schreibt ihre Windenergieanlagen linear über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 20 Jahren ab.
Gewinn fällt um mehr als 90 Prozent
Die auffälligste Veränderung betrifft den Jahresüberschuss.
2024 erzielte die Gesellschaft noch einen Gewinn von 676.576 Euro. 2025 blieben davon lediglich 52.124 Euro übrig.
Das entspricht einem Rückgang um mehr als 92 Prozent.
Damit schreibt der Windpark weiterhin schwarze Zahlen, allerdings nur noch knapp. Aus dem vorliegenden Jahresabschluss geht nicht hervor, welcher Faktor für den Gewinneinbruch ausschlaggebend war. Denkbar wären geringere Stromerlöse, höhere laufende Kosten oder andere betriebliche Belastungen, doch ohne vollständige Gewinn- und Verlustrechnung lässt sich das nicht belastbar bestimmen.
Gerade dieser Punkt wäre für die wirtschaftliche Bewertung besonders wichtig.
Eigenkapitalquote von fast 99 Prozent
Trotz des schwachen Jahresergebnisses ist die Bilanzstruktur ausgesprochen robust.
Das Eigenkapital betrug Ende 2025 rund 18,98 Millionen Euro. Bei einer Bilanzsumme von 19,27 Millionen Euro ergibt sich daraus eine Eigenkapitalquote von rund 98,5 Prozent.
Das ist außergewöhnlich hoch.
Im Vorjahr lag die Quote mit rund 20,96 Millionen Euro Eigenkapital bei einer Bilanzsumme von 21,43 Millionen Euro ebenfalls bereits bei knapp 98 Prozent.
Die Gesellschaft ist damit praktisch vollständig eigenkapitalfinanziert.
Kaum klassische Schulden
Noch deutlicher wird die solide Kapitalstruktur bei den Verbindlichkeiten.
Diese beliefen sich Ende 2025 insgesamt nur auf 50.570 Euro. Im Vorjahr waren es noch 187.793 Euro.
Davon entfielen:
- 12.111 Euro auf Lieferungen und Leistungen,
- 38.459 Euro auf verbundene Unternehmen,
- keine sonstigen Verbindlichkeiten.
Sämtliche Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig. Langfristige Verbindlichkeiten bestehen nicht.
Damit unterscheidet sich die Windpark Rehain GmbH & Co. KG deutlich von vielen anderen Windparkgesellschaften, die über erhebliche Bank- oder Gesellschafterdarlehen finanziert werden.
Eigenkapital sinkt um fast zwei Millionen Euro
Trotz der sehr hohen Eigenkapitalquote ging das Eigenkapital deutlich zurück.
Ende 2024 waren noch rund 20,96 Millionen Euro ausgewiesen. Ein Jahr später waren es 18,98 Millionen Euro.
Der Rückgang beträgt damit knapp 1,98 Millionen Euro.
Die Kapitalanteile der Kommanditisten sanken von 20,78 Millionen Euro auf 19,03 Millionen Euro.
Der Vorjahresabschluss wies außerdem noch einen Verlustvortrag von 500.000 Euro aus. Dieser ist 2025 nicht mehr vorhanden.
Die konkrete Ursache für den Rückgang der Kapitalanteile lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht vollständig nachvollziehen. Denkbar sind Ausschüttungen oder Kapitalbewegungen innerhalb der Gesellschafterkonten.
Liquidität geht deutlich zurück
Auch die liquiden Mittel haben sich verschlechtert.
Zum Jahresende 2025 verfügte die Gesellschaft über Bank- und Kassenbestände von rund 554.669 Euro. Im Vorjahr waren es noch 870.220 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um etwa 315.500 Euro beziehungsweise rund 36 Prozent.
Auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen zurück – von rund 413.000 Euro auf 291.153 Euro.
Die gesamten Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich von 473.738 Euro auf 415.247 Euro.
Das Umlaufvermögen fiel insgesamt von rund 1,34 Millionen Euro auf knapp 970.000 Euro.
Sonstige Vermögensgegenstände steigen
Innerhalb des Umlaufvermögens gibt es allerdings auch eine gegenläufige Bewegung.
Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich von rund 60.700 Euro auf 124.094 Euro und haben sich damit mehr als verdoppelt.
Diese Entwicklung konnte den Rückgang der Forderungen und liquiden Mittel jedoch nicht kompensieren.
Rückstellungen sinken leicht
Die Rückstellungen reduzierten sich von 279.869 Euro auf 235.698 Euro.
Im Vorjahr bestanden noch Steuerrückstellungen von 63.179 Euro. Ende 2025 waren keine Steuerrückstellungen mehr ausgewiesen.
Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich dagegen leicht von 216.690 Euro auf rund 235.698 Euro.
Den größten Bestandteil bildet die Rückstellung für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen.
Rückbau soll 2035 rund 512.000 Euro kosten
Die Gesellschaft rechnet für den Rückbau der Windenergieanlagen im Jahr 2035 mit Kosten von rund 512.000 Euro.
Dafür wurde bis Ende 2025 eine Rückstellung von 209.756 Euro aufgebaut.
Die Rückbauverpflichtung wird handelsrechtlich nicht sofort vollständig berücksichtigt, sondern über die Laufzeit hinweg ratierlich angesammelt.
Damit stellt der Rückbau einen wesentlichen langfristigen Kostenfaktor dar, obwohl die Gesellschaft ansonsten kaum Schulden ausweist.
Mehr als 700.000 Euro laufende Verpflichtungen jährlich
Neben den bilanzierten Positionen bestehen erhebliche sonstige finanzielle Verpflichtungen.
Für Miet- und Pachtverhältnisse fallen durchschnittlich rund 180.963 Euro pro Jahr an.
Für Wartungsverträge werden jährlich etwa 511.596 Euro angesetzt.
Zusätzlich bestehen Mitbenutzungsverträge mit jährlichen Belastungen von rund 33.800 Euro.
Insgesamt ergibt sich daraus eine durchschnittliche jährliche Belastung von rund 726.359 Euro.
Diese Verträge laufen teilweise sehr langfristig – die Miet- und Pachtverhältnisse bis 2035, Wartungsverträge bis 2031 und Mitbenutzungsverträge sogar bis 2045.
Damit hat der Windpark trotz niedriger Bilanzschulden erhebliche laufende vertragliche Verpflichtungen.
Hohe Kostenbasis trifft auf schwächeren Gewinn
Genau hier liegt ein wichtiger Punkt für die wirtschaftliche Bewertung.
Die Gesellschaft hat praktisch keine Finanzschulden, muss aber dennoch erhebliche laufende Kosten für Wartung, Pacht und Infrastruktur tragen.
Wenn die Erlöse aus der Stromproduktion schwanken oder zurückgehen, können sich solche Kosten relativ schnell auf das Jahresergebnis auswirken.
Der massive Rückgang des Jahresüberschusses von rund 677.000 Euro auf nur noch 52.000 Euro zeigt, dass die Ertragslage 2025 deutlich unter Druck geraten ist.
Ob dies ein einmaliger Effekt war oder auf eine strukturelle Verschlechterung hindeutet, lässt sich anhand der Bilanz allein nicht beurteilen.
Talanx und HDI im Hintergrund
Die Windpark Rehain GmbH & Co. KG gehört zu 100 Prozent der TD Real Assets GmbH & Co. KG.
Damit ist sie Teil des HDI- und Talanx-Konzernumfelds.
Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Talanx Direct Infrastructure 1 GmbH mit Sitz in Köln.
Die Geschäfte führten 2025 Dr. Thomas Mann und Brian McCarthy.
Eigene Arbeitnehmer beschäftigte die Windparkgesellschaft nicht.
Bilanz bleibt ausgesprochen stabil
Im Vergleich zu vielen anderen Windparkgesellschaften fällt insbesondere die extrem geringe Verschuldung auf.
Den Verbindlichkeiten von lediglich rund 50.600 Euro stehen fast 19 Millionen Euro Eigenkapital gegenüber.
Das verschafft der Gesellschaft einen sehr großen bilanziellen Puffer.
Auch die Rückbauverpflichtungen sind bereits zumindest teilweise durch Rückstellungen berücksichtigt.
Kritischer ist dagegen die Entwicklung der Ertragskraft.
Fazit
Die Windpark Rehain GmbH & Co. KG präsentiert sich 2025 bilanziell außergewöhnlich solide. Mit einer Eigenkapitalquote von rund 98,5 Prozent und nur minimalen Verbindlichkeiten besteht praktisch kein klassisches Verschuldungsrisiko.
Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine deutliche Schwäche bei der Profitabilität. Der Jahresüberschuss brach um mehr als 90 Prozent ein und lag nur noch bei rund 52.000 Euro. Auch die Liquidität ging um mehr als ein Drittel zurück.
Damit lautet die zentrale Frage für die kommenden Jahre nicht, ob der Windpark zu stark verschuldet ist – sondern ob es gelingt, die operative Ertragskraft wieder deutlich zu steigern. Denn selbst eine nahezu schuldenfreie Gesellschaft ist langfristig darauf angewiesen, ausreichend Überschüsse zu erwirtschaften, um Wartung, Pacht, Rückbau und weitere laufende Verpflichtungen zu finanzieren.