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Apple dreht an der Preisschraube: Millionen Musik-Streaming-Abonnenten müssen künftig deutlich mehr zahlen

Tom-And-Jerry (CC0), Pixabay

Für viele Nutzer von Apple Music wird das Musikhören künftig teurer. Apple hat die Preise für seinen Streaming-Dienst in Deutschland angehoben und verteuert sämtliche Abo-Modelle – vom Studierendentarif bis zum Familienpaket. Während der Konzern die höheren Lizenzkosten als Grund nennt, befürchten Branchenbeobachter, dass dies erst der Anfang einer neuen Preisrunde bei digitalen Abonnementdiensten sein könnte. Auch bei weiteren Apple-Diensten sind zukünftige Preisanpassungen nicht ausgeschlossen.

Wer Musik über Apple Music streamt, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Der US-Technologiekonzern hat seine Preise für den deutschen Markt angepasst und erhöht die Kosten für sämtliche Tarifmodelle. Damit setzt Apple den Trend fort, digitale Abonnements schrittweise zu verteuern – ein Trend, der in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Streaming-Anbieter erfasst hat.

Besonders für Familien fällt die Preissteigerung deutlich aus. Aber auch Einzelpersonen und Studierende müssen künftig mehr bezahlen, wenn sie den Musikdienst nutzen möchten.

Alle Apple-Music-Abos werden teurer

Von der Preiserhöhung sind sämtliche Tarifmodelle betroffen.

Das Einzelabo kostet künftig 11,99 Euro pro Monat statt bislang 10,99 Euro. Wer sich für ein Jahresabo entscheidet, zahlt künftig 119 Euro statt bisher 109 Euro.

Auch Studierende bleiben von der Anpassung nicht verschont. Das vergünstigte Studentenabo steigt von 5,99 Euro auf 6,99 Euro monatlich.

Am stärksten trifft es Familien. Das Familienabo verteuert sich von bislang 16,99 Euro auf 19,99 Euro pro Monat. Damit steigt der Preis um nahezu 18 Prozent und überschreitet erstmals die Marke von 19 Euro monatlich.

Apple verweist auf gestiegene Lizenzkosten

Als Grund für die Preisanpassung nennt Apple nach Medienberichten höhere Lizenzkosten.

Musik-Streaming-Dienste zahlen einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen an Plattenfirmen, Musikverlage und Künstler. Steigen diese Lizenzgebühren, erhöht sich auch der wirtschaftliche Druck auf die Streaming-Anbieter.

Bereits in den vergangenen Jahren hatten mehrere Plattformen ihre Preise angepasst. Die jüngste Entscheidung von Apple zeigt, dass die steigenden Kosten inzwischen auch den deutschen Markt erreichen.

Apple One bleibt zunächst verschont

Für Nutzer des Kombi-Abonnements Apple One gibt es vorerst eine gute Nachricht.

In Deutschland bleiben die Preise zunächst unverändert. Das Einzelpaket mit Apple Music, Apple TV+, Apple Fitness+, Apple Arcade und iCloud+ kostet weiterhin 19,95 Euro pro Monat, die Familienversion bleibt bei 25,95 Euro.

Allerdings könnte diese Preisstabilität nur vorübergehend sein. In den USA hat Apple einzelne Apple-One-Tarife bereits verteuert. Beobachter halten es deshalb für durchaus möglich, dass entsprechende Anpassungen künftig auch auf dem deutschen Markt erfolgen.

Auch iCloud könnte langfristig teurer werden

Nicht nur beim Musik-Streaming zeichnet sich eine Preisentwicklung nach oben ab.

In mehreren Ländern hat Apple bereits die Preise für seine iCloud+-Speicherpakete erhöht. Betroffen sind unter anderem Japan, Neuseeland, Indonesien, Vietnam, die Philippinen, Ägypten, Nigeria und die Türkei. Je nach Tarif fallen die Preissteigerungen dort zwischen 11 und 55 Prozent aus.

Für Deutschland gibt es derzeit zwar noch keine Änderungen. Dennoch schließen Experten nicht aus, dass Apple die Preise künftig auch hierzulande anpassen könnte.

Steigende Kosten treffen die gesamte Branche

Die Preisentwicklung bei Apple ist kein Einzelfall.

In den vergangenen Jahren haben nahezu alle großen Streaming-Anbieter ihre Abonnementpreise erhöht. Gründe dafür sind neben steigenden Lizenzgebühren auch höhere Investitionen in Inhalte, technische Infrastruktur und den Ausbau neuer Funktionen.

Hinzu kommen weltweit gestiegene Energie- und Betriebskosten sowie der wachsende Bedarf an Rechenzentren. Besonders die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz sorgt für einen deutlich höheren Bedarf an leistungsfähiger Hardware und Speicherressourcen. Diese Entwicklung könnte langfristig auch Cloud-Dienste weiter verteuern.

Verbraucher müssen ihre Abonnements stärker prüfen

Für viele Nutzer summieren sich die Kosten inzwischen erheblich. Neben Musik-Streaming gehören oft auch Video-Streaming, Cloud-Speicher, Gaming-Abonnements oder digitale Zeitungen zu den monatlichen Ausgaben.

Gerade Familien, die mehrere digitale Dienste gleichzeitig nutzen, spüren jede einzelne Preiserhöhung unmittelbar im Haushaltsbudget. Deshalb lohnt es sich, regelmäßig zu überprüfen, welche Abonnements tatsächlich genutzt werden und ob günstigere Alternativen infrage kommen.

Weitere Preissteigerungen nicht ausgeschlossen

Mit der aktuellen Anpassung sendet Apple ein deutliches Signal: Digitale Dienste werden zunehmend zu einem eigenständigen und lukrativen Geschäftsbereich, dessen Preise sich an steigenden Kosten und Marktbedingungen orientieren.

Ob andere Streaming-Anbieter diesem Beispiel folgen oder Apple seine übrigen Dienste ebenfalls verteuert, bleibt abzuwarten. Für Verbraucher dürfte jedoch klar sein, dass die Zeiten dauerhaft günstiger Streaming-Abonnements zunehmend der Vergangenheit angehören. Wer mehrere digitale Dienste nutzt, muss sich in den kommenden Jahren vermutlich auf weitere Preissteigerungen einstellen.

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