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Bürgerwindpark Weißbach schreibt 2025 Verlust: Schwaches Windjahr und höhere Finanzierungskosten belasten Ergebnis
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Bürgerwindpark Weißbach schreibt 2025 Verlust: Schwaches Windjahr und höhere Finanzierungskosten belasten Ergebnis

geralt (CC0), Pixabay

Der Bürgerwindpark Weißbach GmbH & Co. KG hat für das Geschäftsjahr 2025 einen Jahresfehlbetrag von rund 379.000 Euro ausgewiesen. Trotz eines positiven operativen Cashflows führten ein windschwaches Jahr, technische Einschränkungen sowie höhere Finanzierungskosten zu einem negativen Jahresergebnis. Die Betreiber sehen den Windpark jedoch weiterhin wirtschaftlich solide aufgestellt und rechnen auch für 2026 mit einem positiven operativen Mittelzufluss.

Der Bürgerwindpark Weißbach betreibt im Hohenlohekreis in Baden-Württemberg Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 16,5 Megawatt. Die Anlagen gingen bereits im Jahr 2016 in Betrieb. Zwei Windenergieanlagen waren damals aufgrund gerichtlicher Entscheidungen zeitweise außer Betrieb, was die Gesellschaft bereits in den Anfangsjahren belastete.

Windaufkommen deutlich unter den Erwartungen

Im Geschäftsjahr 2025 speiste der Windpark insgesamt rund 29,36 Millionen Kilowattstunden regenerativ erzeugten Strom in das öffentliche Netz ein. Die Umsatzerlöse beliefen sich auf rund 2,70 Millionen Euro und lagen damit spürbar unter dem Vorjahresniveau von rund 3,15 Millionen Euro.

Nach Angaben der Gesellschaft war das Windjahr 2025 deutlich schwächer als üblich. Der interne Windindex erreichte lediglich 87 Prozent, während der Windpark selbst rund 85 Prozent seiner prognostizierten Stromproduktion erzielte. Zusätzlich wurde der Betrieb durch kleinere technische Defekte sowie Abschaltungen aus Gründen des Arten- und Naturschutzes beeinträchtigt. Hierzu zählen insbesondere Abschaltungen zum Schutz von Fledermäusen und Rotmilanen sowie witterungsbedingte Einschränkungen wie Eiswurf- oder Schattenwurfregelungen.

Die durchschnittlichen Nettoerlöse lagen bei 9,04 Cent je erzeugter Kilowattstunde. Die Einnahmen setzen sich aus Erlösen der Direktvermarktung, der Marktprämie nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), Entschädigungen für Netzabschaltungen sowie Erstattungen der Kommunalabgabe nach § 6 EEG zusammen.

Jahresfehlbetrag trotz positivem operativen Cashflow

Während im Vorjahr noch ein Jahresüberschuss von rund 150.000 Euro erzielt wurde, schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresfehlbetrag von rund 379.000 Euro ab. Ausschlaggebend waren neben den niedrigeren Stromerlösen insbesondere hohe Abschreibungen von rund 1,78 Millionen Euro, gestiegene betriebliche Aufwendungen sowie der Zinsaufwand für die Finanzierung des Windparks.

Die Geschäftsführung betont jedoch, dass der operative Cashflow weiterhin positiv sei. Dies bedeutet, dass der laufende Betrieb des Windparks trotz des bilanziellen Verlustes weiterhin Zahlungsmittel erwirtschaftet.

Bilanzsumme sinkt

Auch die Bilanzsumme verringerte sich im Berichtsjahr deutlich. Sie sank von rund 16,08 Millionen Euro auf 13,93 Millionen Euro. Wesentlichen Anteil daran haben die planmäßigen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen, deren Buchwert sich von rund 13,49 Millionen Euro auf 11,71 Millionen Euro reduzierte.

Die liquiden Mittel gingen leicht zurück und beliefen sich zum Jahresende auf rund 1,43 Millionen Euro. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände reduzierten sich ebenfalls gegenüber dem Vorjahr.

Das Eigenkapital verringerte sich infolge des Jahresverlustes von rund 6,99 Millionen Euro auf 6,43 Millionen Euro. Dennoch weist die Gesellschaft weiterhin eine Eigenkapitalquote von rund 46 Prozent aus, was im Branchenvergleich als solide Kapitalausstattung gilt. Gleichzeitig gingen auch die Bankverbindlichkeiten durch laufende Tilgungen von rund 8,48 Millionen Euro auf knapp 6,94 Millionen Euro zurück.

Anschlussfinanzierung abgeschlossen

Ein wesentlicher Schritt für die langfristige Finanzierung gelang nach Angaben der Geschäftsführung zum 1. Oktober 2025. Mit der finanzierenden Hausbank wurde eine Anschlussfinanzierung für die bestehenden Darlehen vereinbart.

Durch die Zinsfestschreibung bis zum Ende der Laufzeit besteht künftig kein Zinsänderungsrisiko mehr. Allerdings liegen die vereinbarten Zinssätze deutlich über den bisherigen Finanzierungskonditionen, was sich künftig belastend auf das Jahresergebnis auswirken dürfte.

Risiken bleiben beherrschbar

Im Lagebericht bewertet die Geschäftsführung die wirtschaftlichen Risiken insgesamt als beherrschbar. Unternehmensgefährdende Risiken werden derzeit nicht gesehen. Als wesentliche Unsicherheitsfaktoren nennt die Gesellschaft insbesondere schwankende Windverhältnisse, steigende Betriebskosten infolge der Inflation sowie zunehmende regulatorische Anforderungen für den Betrieb von Windenergieanlagen.

Darüber hinaus verweist das Unternehmen auf den wachsenden administrativen Aufwand durch neue gesetzliche Vorgaben. Langfristig könne es schwieriger werden, ausreichend qualifiziertes Personal für die Umsetzung dieser Anforderungen zu gewinnen. Technische Risiken seien dagegen durch Vollwartungsverträge sowie entsprechende Versicherungen weitgehend abgesichert.

Ausblick auf 2026 gedämpft

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 zeigt sich die Geschäftsführung vorsichtig. Bereits das Frühjahr sei außergewöhnlich trocken und windarm verlaufen, sodass sich das Geschäft bislang unter den Erwartungen entwickle. Gleichwohl rechnet die Gesellschaft weiterhin mit Umsätzen zwischen 2,3 und 3,0 Millionen Euro sowie einem anhaltend positiven operativen Cashflow. Forschung und Entwicklung werden nicht betrieben; eigene Beschäftigte hat die Gesellschaft ebenfalls nicht.

Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk

Der Jahresabschluss wurde von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Prüfer kamen zu dem Ergebnis, dass der Abschluss den gesetzlichen Rechnungslegungsvorschriften entspricht und ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt. Auch der Lagebericht wurde als insgesamt zutreffend beurteilt.

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