Mit einer altbekannten, aber weiterhin erfolgreichen Betrugsmasche haben mutmaßliche falsche Handwerker versucht, ein Seniorenehepaar im Erzgebirge um mehrere Tausend Euro zu bringen. Unter dem Vorwand einer notwendigen Dachreparatur verschafften sie sich Zugang zum Grundstück und begannen ohne fachgerechte Arbeiten mit dem Abdecken des Daches. Erst das entschlossene Eingreifen der Hauseigentümerin verhinderte offenbar einen noch größeren finanziellen Schaden. Die Täter flüchteten – zurück blieb jedoch ein beschädigtes Dach und ein Sachschaden in Höhe von rund 2.000 Euro.
Immer wieder warnen Polizei und Verbraucherschützer vor unseriösen Handwerkern, die insbesondere ältere Menschen gezielt ins Visier nehmen. Die Täter treten häufig selbstbewusst auf, behaupten, zufällig Mängel am Haus entdeckt zu haben, und bieten eine sofortige Reparatur an. Anschließend verlangen sie überhöhte Summen für minderwertige oder sogar völlig unnötige Arbeiten.
Ein aktueller Fall aus Großrückerswalde im Erzgebirge zeigt, wie professionell die Betrüger vorgehen – und wie wichtig es ist, sich nicht unter Druck setzen zu lassen.
Angebliche Dachreparatur endet mit Forderung über 10.000 Euro
Nach Angaben der Polizei erschienen die mutmaßlichen Handwerker unangemeldet bei einem 71-jährigen Hauseigentümer. Sie gaben vor, Reparaturarbeiten am Dach durchführen zu müssen und überzeugten den Senior zunächst von ihrem Angebot.
Als Anzahlung übergab der Mann den unbekannten Personen 90 Euro. Anschließend begannen diese mit Arbeiten am Vordach sowie am Garagendach. Nach Einschätzung der Polizei wurden die Bleche jedoch lediglich „pfuschhaft“ entfernt beziehungsweise abgedeckt. Von einer fachgerechten Reparatur konnte keine Rede sein.
Kurz darauf präsentierten die Männer ihre eigentliche Forderung: Für die angeblich ausgeführten Arbeiten verlangten sie plötzlich 10.000 Euro.
Ehefrau erkennt den Betrugsversuch
Die Situation änderte sich, als die 71-jährige Ehefrau des Hausbesitzers vom Einkaufen zurückkehrte.
Sie bemerkte die Arbeiten auf dem Grundstück, stellte die Männer zur Rede und hinterfragte deren Vorgehen. Offenbar erkannten die mutmaßlichen Betrüger, dass ihr Plan gescheitert war. Ohne weiteres Geld zu erhalten, verließen sie fluchtartig das Grundstück.
Für das Ehepaar war dies zwar eine Erleichterung, dennoch hinterließen die Täter erhebliche Schäden.
Dach beschädigt – Schaden von rund 2.000 Euro
Statt einer Reparatur blieb nach dem Besuch der falschen Handwerker ein beschädigtes Dach zurück.
Nach Angaben der Polizei entstand durch die unsachgemäßen Arbeiten ein Sachschaden von etwa 2.000 Euro. Die Eigentümer müssen die beschädigten Bereiche nun vermutlich von einem seriösen Dachdecker instand setzen lassen – und tragen damit zusätzliche Kosten, obwohl sie Opfer eines Betrugsversuchs wurden.
Falsche Handwerker setzen gezielt ältere Menschen unter Druck
Die Vorgehensweise ähnelt zahlreichen Fällen, die bundesweit immer wieder bekannt werden.
Oft klingeln die Täter unangekündigt an Haustüren und behaupten, lose Dachziegel, beschädigte Dachrinnen oder andere Mängel entdeckt zu haben. Anschließend bieten sie an, die Arbeiten sofort erledigen zu können.
Nicht selten beginnen sie ohne schriftlichen Auftrag mit kleineren Arbeiten oder beschädigen Gebäudeteile sogar selbst, um anschließend hohe Rechnungen zu präsentieren. Teilweise verlangen sie sofortige Barzahlungen und setzen ihre Opfer massiv unter Druck.
Vor allem ältere Menschen geraten dabei ins Visier, weil die Täter auf Unsicherheit und Hilfsbereitschaft setzen.
Polizei rät zu besonderer Vorsicht
Die Polizei warnt seit Jahren vor dieser Betrugsmasche und empfiehlt, unangekündigten Handwerkern grundsätzlich mit Skepsis zu begegnen.
Seriöse Handwerksbetriebe erscheinen in der Regel nicht ohne Termin und beginnen keine Arbeiten ohne vorheriges Angebot oder einen Auftrag. Verbraucher sollten sich immer einen Kostenvoranschlag geben lassen und Unternehmen sorgfältig überprüfen.
Wer sich unter Druck gesetzt fühlt oder Zweifel an der Seriosität hat, sollte keine Zahlungen leisten und stattdessen Angehörige, Nachbarn oder die Polizei hinzuziehen.
Im Zweifel sofort Hilfe holen
Der aktuelle Fall zeigt, wie wichtig schnelles und entschlossenes Handeln sein kann. Ohne das Eingreifen der Hauseigentümerin hätte das Ehepaar möglicherweise einen fünfstelligen Betrag an die mutmaßlichen Betrüger gezahlt.
Dennoch entstand durch die unsachgemäßen Arbeiten ein erheblicher Schaden. Für die Ermittlungsbehörden ist der Vorfall ein weiteres Beispiel dafür, dass die Masche der falschen Handwerker nach wie vor aktuell ist und Hausbesitzer – insbesondere Seniorinnen und Senioren – wachsam bleiben sollten.
Wer unangekündigten Besuch von vermeintlichen Handwerkern erhält, sollte sich niemals zu einer sofortigen Entscheidung drängen lassen. Eine kurze Rücksprache mit Angehörigen oder ein Anruf bei einem bekannten Fachbetrieb kann im Zweifel vor hohen finanziellen Schäden schützen.